Soon on Youtube

….wenn alles klappt könnt ihr euch in wenigen Stunden unseren ersten V-log anschauen.

Chaotisch, laut, enthusiastisch und mit viel Liebe für euch gedreht (mit bis dato völlig unbekanntem Equipment 😂).

TukTuk to go goes to India (Part 1)

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Schlaflos nach Chennai

Mit nur wenigen Stunden Schlaf auf dem Buckel bin ich am Sonntag schon gegen 4:00 Uhr aus dem Bett gefallen. Umdrehen bringt da auch nichts, manchmal bin ich einfach hippelig wenn es auf Reisen geht, so wie dieses Mal. Ok, also schon mal Sachen packen, auch wenn ich erst um 21:00 Uhr im Flieger sitzen muss. Packen ist inzwischen wirklich langweilig geworden, drei Paar Socken, drei Hemden, eine Hose und so weiter. Dieses Mal ergänzt um Mückenspray, Moskitonetz und Insektenimprägnierung für die Klamotten. So ganz traue ich der Dengue-Fieber Entwarnung auf Sri Lanka noch nicht über den Weg, und hämorrhagische Fieber sind einfach nicht mein Ding. So mit sich verflüssigenden Eingeweiden und so, das mag ich irgendwie nicht…

Der Tag zog sich also, meine Wohngenossen bekochten mich mit Schnitzel mit Pilzsoße, es gab Kuchen mit Puddingfüllung, aber alles lenkte mich nicht wirklich ab. Also fing ich an mir urlangweilige Dokumentationen auf ARTE anzusehen, nur um die Zeit tot zu schlagen, während draußen ein Orkan die Hamburger Innenstadt flutete und der gesamte Bahnverkehr im Norden zum Erliegen kam. Nichts riss mich von Hocker, aber ich weiß ja wie so etwas endet, mit Schlaflosigkeit nämlich. Wo ich doch in Flugzeugen eh schon so gut schlafen kann.

Und genau so kam es, schlaflos von Hamburg nach Dubai, herzhaft gähnend von Dubai nach Colombo. Dort erwarteten mich meine beide allerliebsten Reisepartner, der Duden und die Lumi, erst einmal mit ein paar sehr leckeren Fischbällchen und vegetarischen Teigtaschen hinter der Zollkontrolle. Gerade eben in Sri Lanka eingereist, bin ich mit den beiden dann auch gleich wieder ausgereist, in Richtung Chennai, Indien. Das war mit kleinen Problemen versehen, die beiden hatten nämlich den falschen Ausdruck ihrer Visumsbestätigung dabei. Natürlich gab es aber am Flughafen schon lange jemanden, der es zu seinem Beruf gemacht hatte Touristen in solchen Fällen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und so waren beide schwuppdiwupp im Besitz der richtigen Papiere und ich konnte nach erst einmal nur 90 Minuten Aufenthalt diese schöne Insel gleich wieder verlassen.

So gleich war das nun auch wieder nicht, unser Flieger nach Indien ging erst in drei Stunden. Statt in der Zeit 15$ bei Mc Dreck zu lassen, haben wir uns lieber für 15$ Zugang zur Lounge unserer Airline besorgt und hatten dort Ruhe, eine gigantische Sofalandschaft, ein warmes und kaltes Buffet, frischen Tee, viele freie Steckdosen für unsere vielen Ladegeräte und unbegrenztes Wifi in halbwegs brauchbarer Qualität. Kein schlechter Deal und ich habe es sogar geschafft nicht in der Sofalandschaft zu versinken und in Dornröschenschlaf zu fallen. Endlich hatten wir Zeit zwischen Thunfischsandwiches und Instantkaffee ein bisschen Reiseplanung zu betreiben, sowohl was die nächste Woche in Indien und Sri Lanka angeht, als auch was unsere nächstjährige Tour mit den Tuktuks angeht.

In Chennai gelandet mussten wir uns erst einmal zwischen einem Notausgang und der eVisa Kontrolle entscheiden, na gut, denn eben doch die eVisa Kontrolle. Das sollten wir noch bereuen! Erst waren dem Beamten meine Wurstfinger nicht schön genug und ich musste eine gefühlte halbe Stunde auf seinem Fingerabdruckscanner herumtrommeln, dann war ihm Lumis Pass zu neu (er hatte noch nie einen der neuen Deutschen Reisepässe gesehen) und schlussendlich hat es auch noch eine von uns gewagt statt einer 0 ein O in den Antrag zu tippen. Das ist so die Sorte preußischer Schlamperei, die einen ordentlicher Indischen Beamten auf die Dattelpalme treibt. Geschlagene eineinhalb Stunden arbeiteten diverse blaubehemdete Gnome mit Spaltäxten und Dampfluftpressen daran aus einer 0 ein O zu machen und dann musste auch noch der Obergnom gefunden werden, dem das ganze Spektakel zu beichten war und der noch seinen Segen dazu geben musste. Puh, ich stelle mir jetzt nicht nochmal die gleiche Frage, die mich schon in meinem letzten Posting bewegte: Ob denn Indien wirklich Touristen haben will und sich da auch ganz sicher ist?

Duden war zum Glück vor gegangen und hat schon mal unser Gepäck vom Band gerettet und eigentlich waren wir uns jetzt ganz sicher, dass unser Transfer zum gebuchten Hostel nach fast vier Stunden Herumgealber mit der Visumskontrolle, nicht mehr auf uns warten würde. Aber es geschehen Zeichen und Wunder im Land der mehr als eine Millionen Götter und tatsächlich wartete da jemand mit unseren Namen auf einem Schild, organisierte uns per Uber ein Taxi, per Handy jemanden der uns Geld tauschte und schickte uns auf den Weg in diese, gerade von einem Platzregen unter Wasser gesetzte, Millionenmetropole. Todesmutig umkurvten wir unbeleuchtete Tuktuks und wiederkäuende Kühe und wurden herzlich empfangen, uns wurde Essen gebracht, ein drittes Bett ins Zimmer gelegt, eine Mückenspirale angezündet, ein Luxuszimmer zum Preis von Schlafsaalbetten vermacht und versichert, dass wir für die Unterbringung nichts zahlen müssten, das wäre Sache der Tuktukwerkstatt, und deren Chef würde uns morgen Vormittag um 10:00 abholen.

So ein Chicken-Biryani auf einer Dachterrasse in Tamil Nadu kann schon wahre Wunder wirken, und so fangen wir gerade an den Verdacht zu hegen, dass Indien vielleicht doch nicht einfach nur Scheiße zu uns ist. Mit dieser kuscheligen Wohlfühlahnung fallen wir dann jetzt ins Bett.

Unsere erste Nacht in Indien!

Guerillawerbung und Propaganda – #Kaffeeklatsch 3.0

Aber beschäftigen wir uns lieber mit der schönen und schillernden Seite der Werbung. Ein Plakat haben wir ja schon, sogar hübsch grün-gelb schillernd, ganz in den Farben unseres Logos. Das Logo hat übrigens Marcs entworfen – danke nochmal!

20171005_142250Und auch sonst haben wir jede Menge hübsche bunte Sachen, Visitenkarten beispielsweise und Aufkleber – danke an duden dafür!

Aber ein eingängiger Slogan oder gar ein Jingle, dass fehlt uns irgendwie noch, also falls jemand von euch kreativ und interessiert ist – immer her mit den Vorschlägen ;).

wp-image-776276824jpeg.jpegWorauf ich bei dieser Kaffeepause – ja klar trinke ich wieder einen Kaffee während ich das hier schreibe, leckeren schwarzen äh… ne grünen (mhm wohl zu viel Sinnlos im Weltraum geschaut) Kaffee – also worauf ich hinaus möchte ist Mundpropaganda.

PROPAGANDA, das Wort klingt fast so verboten obszön wie WERBUNG. Interessant wie Wörter, mit denen man für gewöhnlich erst einmal eher negative Gedanken assoziiert, also bei Werbung zum Beispiel Konsumsucht, materielle Geltung, Verkauf oder bei Propaganda Unterdrückung, Regime, Verletzung der Menschenrechte, Tü… ah ne das lass ich jetzt mal lieber.

Also Werbung und Mundpropaganda zwei Begriffe denen ich der Vergangenheit nicht so furchtbar viel abgewinnen konnte, die mich inzwischen aber fast täglich begleiten und wie ein liebgewonnener etwas in die Jahre gekommener Schal auf meinen Schultern lasten.

Werbung

Mundpropaganda

Egal wo ich bin, egal was ich mache überall sind sie dabei, die kleinen putzigen Visitenkarten und die vielen großen und kleinen Geschichten, die sich um die „Keks-tour“ drehen. Ist aber auch irgendwie logisch, oder? Ich mein erstens freue ich mich wie ein Keks auf die Tour und zweitens dreht sich nun mal mindestens 1/3 meines Alltags um die Planung und Vorbereitung.

So nämlich auch meine Wohnungssituation. Ich liebe meine Wohnung, echt.

„My flat is my castle“.

Sie ist hübsch, sie ist hell, sie ist behaglich, sie ist groß, sie ist mitten in der Innenstadt, sie ist ruhig, sie ist sexy und sie hat eine 40 qm² Dachterrasse mit ganz vielen Pflanzen.

Ihr seht ich liebe mein Zuhause wirklich. Denn das ist sie geworden. Mein Zuhause. Der Platz wo ich mich wohlfühle, wo egal ist wie ich aussehe, ob und was ich anhabe, wo ich laut Musik höre, mitsinge und mich sogar an ein paar Tanzschritten versuche. Mein Zuhause eben und aus genau diesem Grund stand es von Anfang an außer Frage, dass ich mein Zuhause aufgeben würde um auf Weltreise zu gehen. Ne, dass geht echt nicht und da ich eine wirklich liebe und nette Vermieterin habe und noch dazu in einer Studentenstadt lebe, habe ich beschlossen mein geliebtes Zuhause voll möbliert zur Zwischenmiete anzubieten.

Jetzt ist es natürlich nur so, dass vor allem ERSTSEMESTER eine neue Wohnung, noch dazu möbliert suchen und ganz ehrlich ERSTSEMESTER ist echt so ein Wort, dass jedem der kein ERSTSEMESTER mehr ist, erstmal kalte Schauer über den Rücken laufen lässt und irgenwie ANGST macht – zumindest in Verbindung mit der eigenen Wohnung. Das sind Sie nämlich wirklich, beängstigend. Feiern, Faulenzen und Fxxx…Fluchen. Das sind die drei große FFF`s der ERSTSEMESTER und eben zwei von ihnen soll ich nun für die nächsten 12 Monate in meine behagliche 3 Zimmer-Küche-Bad-Welt lassen.

Ich bin ehrlich, dieser Schritt ist mir nicht leicht gefallen, aber ich kann mein Zuhause eben auch nicht aufgeben und möchte einen Ort haben an den ich zurückkehren kann. Daher suche ich aktuell zwei Wohnungskeeper und führe fast täglich 4 bis 5 Bewerbungsgespräche. Bei diesen Gesprächen versuche ich natürlich möglichst viel über meine potenziellen Mitmieter herauszufinden und sie natürlich wiederum auch über mich. Schließlich will man ja wissen in wessen Wohnung man da einzieht und warum diese überhaupt frei wird.

Tja und immer dann wenn das Thema auf das „Warum ziehst du eigentlich aus? Was machst du in deinem Sabbatjahr?“ kommt, dann schlägt die große Stunde und die Propagandamaschine in meinem Kopf rattert los. Ich glaube so viele Visitenkarten wie in den letzten 2 Wochen habe ich, seit ich mich für das Projekt entschieden habe, noch nicht verteilt. Langsam aber sicher bin ich fast so gut darin wie duden das Thema TukTuk to go galant in die Unterhaltung einzustreuen und im gleichen Atemzug, wie eine gut geölte Maschine eine meiner Visitenkarten zu zücken.

So macht die Mitmietersuche gleich viel mehr Spaß und ich finde dabei auch noch die Zeit mich für dieses Projekt einzusetzen, dass mir aus vielen verschiedenen Gründen doch sehr ans Herz gewachsen ist. War es zu Beginn vor allem die Abenteuerlust die mich an der Idee, mit einem TukTuk von Indien nach Deutschland zu fahren, fasziniert hat, so bedeutet mir das ganze Unterfangen inzwischen doch sehr viel mehr. Ich möchte es dafür nutzen unsere Welt wieder etwas enger zusammenrücken zu lassen – Völkerverständigung, kultureller Austausch, Solidarität mit unseren Mitmenschen auf diesem Planeten, dazu möchte ich meinen kleinen aber feinen Beitrag leisten und zwar gemeinsam mit meinen Teamkollegen, zwei TukTuks und einer völlig verrückten Idee =)

Mhm nun ist diese Kaffeepause doch etwas lang geworden – mal schauen, ob ich den Beitrag gleich unter Kaffeeklatsch mit Froilein Lumi oder doch lieber im allgemeinen Teil des Blogs poste.

Wie auch immer ich mache mich jetzt mal zurück an die Arbeit, denn gleich kommen schon die nächsten obdachlosen Studenten, auf der Suche nach einer Bleibe.

Ps: Da ich meine Wohnung generell sehr gern mit anderen teile und viele Airbnb-Gäste habe, mache ich natürlich auch dort ausgiebig Werbung für unser Projekt. Falls du also vielleicht schon bei mir am Esszimmertisch gesessen hast und so deinen Weg zu unserem Blog gefunden hast, freue ich mich dich hier begrüßen zu können und wer weiss, vielleicht sehen wir uns ja auf der Tour wieder.

 

TukTuks mit Winterreifen?

Braucht ein TukTuk, um zwischen November und Mai durch Slowenien zu fahren, Winterreifen mit mindestens vier Millimetern Profiltiefe? Solche und ähnlich abstruse Fragen habe ich die letzten Tage gewälzt. Meine Challenge? Zollbestimmungen, notwendige Papiere und erforderliche Ausstattung für unsere TukTuks zu recherchieren.

Selbstverständlich gibt es für TukTuks in den meisten Ländern, die wir zu durchfahren planen, überhaupt gar keine speziellen Vorschriften. Meist wird bei den nationalen Bestimmungen lediglich zwischen Autos und Motorrädern, maximal noch LKWs differenziert. Also finde ich mal, dass wir versuchen die Vorschriften für PKW einzuhalten und den Rest in Gottes, bzw. des Zöllners Hand legen. Winterreifen gibt es nun mal keine für TukTuks, also versuchen wir ersatzweise wenigstens die vorgeschriebene Profiltiefe einzuhalten. Viele Überlegungen enden in Kompromissen, und wir können nur hoffen, dass denkende Grenzbeamte zu den gleichen oder ähnlichen Ergebnissen gelangen wie wir.

Feuerlöscher? Check! Zwei Warndreiecke? Check! Grüne Versicherungskarte? Check! Und so wird die Liste hoffentlich kleiner und kleiner, bis sie irgendwann Mitte Januar bei null angekommen ist und es losgehen kann.

Ach so, und bei dieser Arbeit kann ich das erste Mal in meinem Leben nachvollziehen, wieso Excel Tabellen potentiell derart riesig sind. MS-Office? Check!

 

Positive Berichterstattung – TukTuk to go ist eben mehr als „nur“ ein Abenteuer

Flüchtlingsströme, Krieg, Jugendliche die einen Obdachlosen anzünden, Naturkatastrophen, Unfälle, Amokläufe… 

…egal ob ich die Zeitung aufschlage (ja ich lese tatsächlich noch Printmedien), durch meine diversen Medienapps scrolle oder mir am Ende des Abends die Tagesthemen anschaue, überall begegnen mir Schrecken

„Die Menschen sind heutzutage nicht schlechter, als sie früher waren. Nur die Berichterstattung über ihre Taten ist gründlicher geworden.“ William Faulkner

In unserer heutigen Gesellschaft, in der Nachrichten auf so viele unterschiedliche Arten und Weisen verbreitet und konsumiert werden, ist es schwer in der täglichen Berichterstattung eine gut dosierte Mischung aus positiven und negativen Nachrichten zu erreichen und fast könnte man meinen die Menschheit würde sich stetig nur zum Schlechten hin entwickeln.

Aber dennoch gibt es SIE, die kleinen und großen positiven Geschichten unseres Alltags. Berichte darüber wie Menschen zueinander halten und für einander einstehen. Aber leider sind auch diese Geschichten oftmals erst vor einem negativen Hintergrund entstanden, wie zum Beispiel die Geschichte des Imam Mohammed Mahmoud, der einen mutmaßlichen Attentäter vor einer wütenden Menschenmenge beschützt hat, oder die Geschichte von Steve dem Held von Manchester.

Auf der Suche nach Partnern zur Berichterstattung

„Das Problem der Zeitungsberichterstattung liegt darin, dass das Normale uninteressant ist.“ Saul Bellow

Normal und alltäglich ist unsere TukTuk Tour nicht, das ist auch gut so, denn ein wenig lockt uns ja auch die Abenteuerlust. Je mehr wir uns aber mit der Tour auseinandersetzen, je häufiger wir mit anderen Menschen darüber sprechen, desto deutlich wird, wie wenig Wissen die Menschen um uns herum über Länder wie Indien, Pakistan, den Iran, aber auch Aserbaidschan, Montenegro oder den Kosovo haben. Meist werden die Namen dieser Länder unmittelbar mit negativen Gedanken assoziert und bruchstückhafte Erinnerungsfetzen aus den letzten 20 Jahren medialer Berichterstattung zu diesem oder jenem Land aus dem Gedächtnis hervorgeholt. Zum Beispiel zum Kosovo:

„Kosovo? Kosovo – da war doch ein Bügerkrieg, oder? Tobt da nicht immer noch ein Krieg? Da wollt ihr hin?“

Manchmal werden auch einfach völlig abstruse Behauptungen aufgestellt:

„Was um himmelswillen willst du in PAKISTAN? Da werden Leute auf der offenen Straße erschoßen. Jeden Tag! Überall!“

Fakt ist, dass viele Länder durch die wir Reisen zunehmend mit negativen Erinnerungen, Informationsfetzen und Emotionen verknüpft werden.
Der Grund dafür ist recht simpel und lässt sich entwicklungspsychologisch erklären. Die Aufnahme von neuen Informationen in unser Langzeitgedächtnis steht in einem direkten Zusammenhang mit den Emotionen, die als Begleiterscheinung zu der Information durchlebt werden. Negative Nachrichten die uns schockieren oder aufwühlen fördern eine vermehrte Produktion von Stresshormonen, diese wiederum ermöglichen die Produktion von zusätzlicher Glukose (Energieträger des Gehirns) und signalisieren unserem Gehirn das gerade etwas bedeutsames geschieht bzw. gedanklich verarbeitet wird.

Kurz gesagt – Informationen die heftige Emotionen auslösen, werden vom Gehirn schneller und deutlicher abgespeichert.

Schlimm? Na ja sagen wir mal so, früher war das sicherlich aus evolutionärer Sicht sehr sinnvoll, aber in einem Zeitalter in dem Burnout und Depression zu Volkskrankheiten geworden sind, wäre es doch auch schön wenn wir uns ein paar mehr positive Geschichten ins Gedächtnis rufen könnten, oder?

Genial wie unser Organismus ist, gibt es auch hierfür eine Art Lösung. Tatsächlich spielt nämlich der Aspekt des Unerwarteten ebenfalls eine primäre Rolle bei der Informationsverarbeitung und den Speichervorgängen im Gedächtnis.

„An Unerwartetes, ganz gleich ob negativ oder positiv, können wir uns leichter und detaillierter erinnern“

Nun frage ich, was gibt es Unerwarteteres als junge Menschen die gemeinsam in 2 TukTuks den langen Weg vom Süden Indien durch den mittleren Osten und Osteuropa antreten, vorbei an (vermeintlichen) Kriegs- und Krisengebieten? Wenn diese jungen Menschen dann auch noch über ihre positiven Erlebnisse berichten, sich über kulturelle Erfahrungen austauschen und eine für viele völlig neue Seite des Irans oder Kosovos zeigen, dann bleiben auch diese Informationen hoffentlich lange im Gedächtnis.

Wir wollen und werden natürlich keine geschönten oder rein positiven Beiträge verfassen, aber wir erhoffen uns viele tolle Begegnungen auf unserer Reise und möchten über diese genauso berichten wie auch über technische Pannen, staatliche Willkür und verstörende Einblicke.

Die Verbreitung positiver, fröhlicher, ermutigender oder nachdenklich stimmender Geschichten

Das ist ein Teil unserer Mission – auch wir wollen aufrütteln, Emotionen hervorrufen, eine neue Sichtweise auf Länder, Menschen und Kulturen prägen – dabei ist es uns wichtig objektiv zu berichten und möglichst viele Menschen zu erreichen. Aus diesem Grund stehen wir auch aktuell mit verschiedenen Medienvertretern in Kontakt und hoffen somit die Reichweite unserer Berichterstattung zu vergrößern und allen Daheimgebliebenen einen authentischen Eindruck des südöstlichen Teils unserer Erde geben zu können.

Derzeit haben wir bereits Zusagen für eine Zusammenarbeit mit der Landesschau des SWR-Fernsehen, der Rhein-Pfalz, dem Schwarzwaldkurier und der LA-Uni. Mit einigen anderen stehen wir in Kontakt, warten auf Antwort oder bereiten unsere Anfragen vor.

Falls ihr Lust habt über uns zu berichten, oder jemanden kennt der aus der Medienbranche kommt, dann schreibt uns doch bitte einfach unter tuktuktogo@gmx.de oder kontaktiert uns auf Facebook. Wir freuen uns darauf unseren Teil dazu beizutragen ein paar mehr unerwartet positive Nachrichten in die Welt zu bringen.

„TukTuk to go – für ein mehr an unerwartet positiven Nachrichten“ Froilein Lumi

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TukTuk to go – Abenteuer oder Fulltimejob? #Kaffeeklatsch 2.0

Mhm, lasst mich kurz nachdenken. Irgendwie ist die „Keks-tour“, wie unser Projekt von einer meiner Freundinnen liebevoll genannt wird, ein wenig von beiden. Wobei ne falsch. Besser formuliert: Die Keks-tour ist zu 100% Abenteuer und zu weiteren 50% echte Arbeit. Zumindest was die Vorbereitung betrifft, gibt es echt viel zu tun, zu organisieren und zu beschaffen. Nicht nur wenn es darum geht, dass wir für uns und für die Reise an sich planen müssten. Das allein ist schon ein recht ansehnlicher Berg, nein was ich mit „Arbeit“ meine betrifft all die Vorbereitungen und organisatorischen Aufgaben rund um die Vermarktung des Projekts. Ja, Vermarktung, ich weiss nicht wie ich es anders bezeichnen soll, schließlich hoffen wir einen Teil der Kosten unseres Projekts durch Sponsoren refinanzieren zu können.

Da kommt es schnell mal vor das man lange E-mails an Pressevertreter schreibt, Besprechungen mit Sponsoren hat, Vorträge hält und im Zuge dessen eben auch durch den Baumarkt flitzt und Material zum Bau von Stellwänden kauft =).

Apropo Baumärkte, als Schreinerstocher liebe ich den Geruch von frisch geschnittenem Holz, Leim und Lacken. Ich fühle mich also schon persé sehr heimelig und wohlig, wenn ich die Holzabteilung eines Baumarktes betrete. Wenn man dann auch noch mit duden unterwegs ist, artet das ganz zu einer Art Ausflug in einen Vergnügungspark aus 🎠. Dann sitzt man nämlich plötzlich vorne auf der Ladefläche des Transportwagens streckt die Hand gen Himmel und ruft frenetisch in bester Buzz Lightyear Manier 🤣.

„Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter – mit TukTuk to go“.

Bei einem solchen Verhalten wird man natürlich schnell schräg angeschaut, aber interessanter Weise verkehren die Reaktionen der meisten Menschen sich sofort ins positive um, wenn man sie einfach lieb anlächelt.

Memo an mich selbst: Erkenntnis des Baumarktbesuches – so lange du lächelst wird deine Verrücktheit als Spleen angesehen und nicht als Geisteskrankheit.
Der Vorteil eines Spleens besteht darin, dass dieser im Gegensatz zu einer Geisteskrankheit gesellschaftlich akzeptierter ist, man aber trotzdem fast völlige Narrenfreiheit hat.

Aber genug abgeschweift – jetzt muss ich wieder an die Arbeit und diesmal nicht für die Keks-tour sondern für meine richtige Arbeit. Der Kaffee ist auch schon wieder leer, von daher Ciao mit Kakao.

 

Lokal, sozial, effektiv? – Hilfsprojekte entlang unserer Route

Wie war das nochmal? Saisonal vor regional und regional vor biologisch – so irgendwie war doch der Leitsatz wenn es um den Nachhaltigkeitsstatus von ökologisch produzierten Lebensmitteln ging, oder? Na egal. Hier geht es nicht um biologisch angebaute Nahrungsmittel, sondern um soziale Projekte, Hilfsorganisationen, Spendengeldern und deren nachhaltige Wirksamkeit.

„6,73 Mrd. Euro Geldspenden in Deutschland , davon 117 Mio. Euro für die Flüchtlingshilfe und 116 Mio. Euro für die Erdbebenhilfe in Nepal. 

Eine erfreuliche Bilanz und eine gewaltige Zahl. 6,73 Milliarden Euro wurden allein im Jahr 2015 in Deutschland an Spendengeldern gesammelt und an Projekte, Stiftungen und Organisationen in der ganzen Welt weitergereicht, so die Bilanz des DZI.

Es ist schön zu sehen, dass die Welt zusammenrückt, dass es Solidarität, Mitgefühl und Hilfeleistung gibt, nicht nur für Projekt im eigenen Land, sondern eben auch Länder und Grenzen übergreifend.

Auch wir von TukTuk to go wollen unseren Beitrag dazu leisten die Welt ein klein wenig besser zu machen, dabei helfen Ungleichheiten auszuparieren und Nöte zu lindern.

Die Qual der Wahl – Wen, Was, Wo, Wie fördern und unterstützen?

Das haben wir uns auch gefragt, da es Hilfsprojekte, gute wie schlechte, effektive wie ineffektive, kurze- und langfristige, wie Sand am Meer zu geben scheint. Für wen, beziehungsweise für welches Projekt soll man sich da entscheiden und in welchem Rahmen sollen die Spendengelder gesammelt werden?
Da gibt es zahlreiche Varianten:
Sponsoring für zurückgelegte Kilometer…
Sponsoring für eine Masse an Fotos mit Sponsorenlogos…
Sponsoring für den Erfolgreichen Zieleinlauf…
…alles Varianten um Geld für einen guten Zweck zu sammeln (und das sind nur ein Paar von zahlreichen Optionen)

Auf seinen vergangenen Reisen hatte duden einige Erfahrungen mit Hilfsorganisationen und ich habe ihn gebeten, einfach mal seine Meinung für uns nieder zu schreiben:

Lumi: duden, magst du für unsere Community mal schreiben, was deine Erfahrungen mit Hilfsorganisationen bisher in deinem Leben waren?

duden: Hi 🙂 Klar!

Gerade im letzten Jahr konnte ich viel über Hilfsorganisationen lernen, als ich durch Afrika getramped bin. Naja sagen wir mal mein Respekt vor vielen großen Hilfsorganisationen hat auf dieser Reise mächtig einen Knacks bekommen. (weswegen ich auch ernsthaft überlege wie man entscheiden soll, für welche Hilfsorganisation man mit TukTuk to go! sammeln soll). Trotzdem fand ich einige Projekte, insbesondere von den kleinen, regionalen echt super!

In Namibia z.B. habe ich in Otjiwarongo eine Behindertenschule besucht. Die Schulleiterin selbst hat diese Schule vor einige Jahren gegründet. Ihre Schule ist eine von zweien in ganz Namibia. Sie ist mit ihren Kapazitäten sehr ausgelastet, denn nicht selten kommen Leute und wollen ihre behinderten Kinder dort abgeben um ihnen doch noch eine Möglichkeit zum Leben zu geben, denn noch heute wird die Mehrheit der behinderten Kinder in Namibia nach der Geburt einfach umgebracht oder später aus den Familien ausgegrenzt. Behinderung ist in diesen Teilen Afrikas im Normalfall ein frühes Todesurteil. Dennoch muss sie jedes Jahr darum kämpfen, dass sie gerade so genug Geld hat um ihr Projekt fortsetzen zu können, denn staatliche Gelder bekommt sie hier keine.

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Im Caprivistreifen habe ich ein Projekt kennen gelernt um die Wüste neu zu bepflanzen. Die Leute aus den Dörfern der Region haben mir erzählt, dass sich die Wüste lange immer weiter ausgebreitet hat. Früher war es dort wo sie leben noch grün und das Projekt gibt ihnen Hoffnung, dass es wieder so wird. Hier hat ein Privatmann Einwohner aus den umliegenden Dörfern angestellt um Bäume zu pflanzen und zu pflegen. Er züchtet bei sich Bäume und übergibt diese an Teilnehmer aus seinem Projekt, diese pflanzen sie und sollen sie gießen. Der Mann dokumentiert dies jeden Monat mit einem Foto von dem Teilnehmer, neben dem gepflanzten Baum. Pro Baum, den die Teilnehmer gießen bekommen sie je Monat umgerechnet 75 Euro-Cent-  knapp 10.000 Bäume hat er auf diese Weise schon gepflanzt. Doch er weiß nicht, wie lange er das Projekt noch am leben halten kann, denn so langsam geht im das Geld aus und Spenden kommen so gut wie keine.

 

Baumprojekt

Doch das waren oft kleine Projekte, wo eine Person sich für das Projekt begeisterte, vor Ort lebt und alles betreut. Bei großen Projekten habe ich da leider weniger gute Erfahrungen gemacht.
Einmal war ich z.B. auf einer Rinderfarm in Sambia. Diese Rinderfarm wird von einem Europäer betrieben. Stolz hat er mich auf seine Farm eingeladen und mir erklärt, dass er nur Gewinn macht, ohne Kosten zu haben. Dabei spielen Hilfsorganisationen eine große Rolle für ihn.
Seine Rinder kauft er für 150 US-Dollar von den lokalen Bauern, mässtet sie vier Wochen lang und verkauft sie dann für über 4000 USD weiter an seine eigene, zweite Rinderfarm in Süd-Afrika, die offiziel ein Biozertifikat hat, danach werden sie als Bio-Rindfleisch verkauft.
Weil er bei lokalen Bauern kaufe, reißen sich zahlreiche Hilfsorganisationen darum ihm den Einkauf zu finanzieren, da er ja damit „den lokalen Markt unterstütze“. Rund 4500 Rinder durchlaufen so jeden Monat seine Farm, erzählte er mir stolz. Sein Hauptsponsor ist eine Organisation, welche als Hilfsprojekt eigentlich Kinderpatenschaften vermittelt, damit diese dann die Schule besuchen können und sich die Lehrmaterialien leisten können.
Mehr als 50% seiner Rinder werden durch diese Hilfsorganisation finanziert. Patenkinder gäbe es in diesem Land dafür nicht viele, „warum auch? Wir haben Schulpflicht, aber Werbung machen sie viel für unser Land, damit die Europäer Spenden“, weiter sagt er mir am selben Abend: „bald ist wieder Weihnachten, da gibt es Geld aus Europa und dass heißt mehr Rinder und mehr Geld für mich“

 

Rinderfarm

In Malawi habe ich mich mit Leuten unterhalten, die für eine große Hilfsorganisation gearbeitet haben, die sich gegen den Hunger einsetzt. Die meiste Zeit aber, erzählten sie mir, verdienen sie sich Geld dazu in dem sie als Taxi unterwegs sind: als teures Taxi, denn immerhin haben sie ja einen schicken Wagen bezahlt von ihrem Arbeitgeber in Europa. Knapp zwei Mal mehr als normale Taxis nehmen sie von den Leuten für eine Taxifahrt in dem schicken Auto ihrer Hilfsorganisation.

 

Ich bin mir echt nicht sicher, ob wir mit TukTuk to go! solchen Organisationen helfen sollten. Organisationen, die dann nicht wissen wohin mit ihrem Geld und es schließlich veruntreuen oder es nutzen um sich privat zu bereichern.
Vielleicht sollten wir besser unterwegs von den kleinen, wirklich hilfreichen Projekten berichten und die Leute auffordern an diese zu spenden.

Mich persönlich haben dudens Erfahrungen sehr nachdenklich gestimmt, aber keine sozialen Projekte zu fördern, nur um den Missbrauch und die Veruntreuung von Hilfsgeldern zu stoppen, ist auch keine Lösung.
Damit wären wir aber wieder beim Ausgangsproblem: Wem etwas spenden? Welches Projekt unterstützen? Welches nicht?

Ich denke förderungswürdige Projekte sollten:
…von der lokalen Bevölkerung anerkannt, akzeptiert und/oder mitgetragen werden
…effektiv dazu beitragen die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern, sei es durch kulturelles Kapital (Bildung) oder beispielsweise materielle Hilfe (Nahrungsmittel, Geräte)
… einen sozialen Fokus haben
…Hilfe zur Selbsthilfe sein

Während unsere Reise möchten wir daher unverblümt von den kleinen und großen Hilfsprojekten, die uns begegnen, berichten. Dabei werden wir versuchen einen objektiven Eindruck der Situation zu vermitteln und überlassen es anschließend euch zu entscheiden, ob ihr Geld zur Unterstützung dieser Projekte bereitstellen möchtet oder nicht.

Gern könnt ihr uns auch selbst einzelne Projekte entlang der Route vorschlagen. Informationen rund um die von uns besuchten Projekte, findet ihr wie gewohnt hier auf unserem Blog, bei Facebook oder auf unserem YouTube-Channel.

Unsere Berichterstattung bezüglich der Hilfsprojekte verfolgt unteranderem das Ziel die mediale Reichweite kleinerer Projekte zu vergrößern. Dudens Erfahrungen zeigen deutlich, dass es viele gut durchdachte Projekte gibt, die aufgrund eines zu kleinen Bekanntheitsgrads und fehlender finanzieller Unterstützung am Rande des Existenzminimums arbeiten oder ganz eingestellt werden müssen.

Deshalb fordern wir euch auf uns zu helfen:
schlagt uns Projekte vor oder helft uns Projekte zu finden, die auf unserer Route liegen und über die wir berichten können.