Endlich in Chennai… kann es jetzt losgehen?

Ich bin sehr gespannt, wie es jetzt wird und was uns erwartet!

Nachdem wir vor zwei Monaten in Chennai waren, war die Lage erst mal sehr ernüchternd. Wir hatten gehofft, dass man in der Werkstatt in Chennai die Fahrzeuge schon parat oder wenigstens für uns in Aussicht hätte, nachdem wir mit dem Team der Rickshawchallenge bereits im Sommer angefangen hatten, zu schreiben.
Wie uns scheint mit dem Geist einer Person, die noch kein Mensch je persönlich getroffen hat und die von einem Büro in Ost-Europa Nachrichten schreibt, die zudem eher kontraproduktiv waren. Immer wieder begann man Gesprächsfäden von Neuem und tatsächliche Verhandlungen waren eher nicht möglich. Dennoch wollten wir es versuchen, denn alle Onlinereferenzen in Sachen „internationales Unterwegssein mit einem TukTuk“ wiesen zu dieser Werkstatt im Süd-Osten Indiens hin.
In Chennai trafen wir dann Princley, einen viel beschäftigten Mann, der hier in Indien die Fäden dafür zu ziehen scheint. Jetzt konnten wir im Gespräch zumindest einen Faden aufbauen, dennoch waren die Verhandlungen nicht einfach und so flogen wir vor zwei Monaten mit dem Gefühl nach Hause, jetzt auf dem Stand zu sein, auf dem wir schon längst zu seien gehofft hatten.
Klingt der Satz jetzt kompliziert? Dann spiegelt er ungefähr wieder, wie sich die Kommunikation die letzten zwei Monate gestaltete.
Um ehrlich zu sein: man versucht sich ja auch auf verschiedene Szenarien vorzubereiten, aber bei der Indischen Mentalität werden halt viele Pläne schnell über den Haufen geworfen…

Es dauerte noch bis Ende November bis man zwei TukTuks für uns aufgetrieben hatte und wir waren kurz davor die Tour mit einem TukTuk zu machen oder abzusagen, da wir fast nicht mehr dran glaubten. Es ist halt alles andere als einfach, von Europa aus ein TukTuk in Indien zu kaufen und umbauen zu lassen.
Doch schlussendlich hatten wir zumindest den Kauf noch in diesem Monat über die Bühne gebracht.

Viertakter. Höchstgeschwindigkeit um die 60 km/h. Bisher als Taxis zugelassen.

Da ist schon mal die erste indische Hürde, sie müssen umgemeldet werden, vom Taxi zum Privatfahrzeug. Warum? Naja, sagen wir mal vereinfacht: Das läuft hier anders als in Deutschland. Hier kauft man ein Fahrzeug, das schon ein Kennzeichen hat, und lässt dieses Kennzeichen auf einen umschreiben (das Kennzeichen und dessen bisherige Zulassung haben also ein größere Bedeutung). In Deutschland wäre es umgekehrt, da kauft man ein Fahrzeug und lässt ein Kennzeichen auf sich zu, das man dann am Auto montiert.
Wenn also ein TukTuk bisher ein Taxischild hat, dann kauft man es als Taxi und muss dann zum Amt gehen, begründen, warum man ein Fahrzeug gekauft hat, das eine andere Funktion hat als man will, und damit verbunden neue Nummernschilder für die Fahrzeuge beantragen. Das ist ein bürokratischer Aufwand und damit wiederum verhält er sich wie in Deutschland: Bürokratie dauert lange.
Zum Glück haben wir Princley, der vollen Einsatz zeigt und alles gibt, um die Ummeldung so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Ganz billig ist das nicht und wenn die Inder hören, dass es für Ausländer ist, kostet es gleich ein Vielfaches.

Zudem müssen dann erst mal die Fahrzeuge angezahlt werden, das dauert bei einer Überweisung nach Indien ca. 1-2 Wochen. Während die Anzahlung unterwegs ist, fängt die Werkstatt in Chennai schon mal an, die Maschinen zu überholen. Somit bleibt uns die Hoffnung, dass es noch in time fertiggestellt wird!

Wir hatten vor unserem Abflug mit Princley vereinbart, dass er uns, sobald die Fahrzeuge gekauft sind, die entsprechenden Fahrzeugpapiere zukommen lässt, so dass wir versuchen können, schon mal ein Kennzeichen in Deutschland zu bekommen… auch wenn die TukTuks offiziell in Indien zu gelassen sind, würde ein deutsches Kennzeichen vieles einfacher machen….
Doch die Papiere sind erst am 6. Dezember fertig. Zu lange dauerte die indische Bürokratie. Um die Papiere jetzt noch nach Deutschland zu übersenden und hier im Behördendschungel zu agieren, ist es leider zu spät.

Am 13.12. schreibt Princley uns dann endlich, dass die Arbeiten an der Maschine abgeschlossen seien, doch die Mühlen in Indien mahlen langsam und so dauert es dann doch noch mal ein paar Tage, bis wir Bilder von den überholten Maschinen bekommen.

Am 19.12. kommt dann endlich ein Video, in dem er die Maschine und ein TukTuk filmt. Nur eines? Das andere ist noch nicht so, bei dem gibt es immer noch Probleme mit den Papieren…

Einen Tag später, 20.12. … Time is running! So langsam bekommen wir doch wieder Muffensausen,  ob das noch was wird mit den Umbauten. Wir beschließen, ihm ab jetzt schon mal erste personalisierte Umbauten zu erklären, alles stückchenweise! Denn wenn wir eines gelernt haben, dann dass man den Leuten hier nicht zu viel auf einmal sagt, sonst gerät die Hälfte wieder in Vergessenheit.
Just in Case schreibe ich ihm, er soll die Fahrzeuge noch nicht lackieren, sondern uns vorher informieren, weil wir ja noch weitere Umbaumaßnahmen haben und die Fahrzeuge sonst noch einmal lackiert werden müssten. Das macht keinen Sinn. Auch das Dach soll er erst mal noch nicht wieder installieren.
Zu den weiteren Umbauten: Ich fange ihm also an zu erklären, dass wir in beiden TukTuks hinter der Rückbank und unter dem Vordersitz je eine Box haben wollen. (Diese Dinge hatten wir natürlich alle schon mal besprochen, aber was solls…)

„Kein Problem“, sagt Princley und schickt noch mal ein paar Fotos hinterher:

 

Danach hören wir erst mal nichts mehr von ihm…  auch auf Anfragen reagiert er nicht.

Zwischendurch fliegen wir schon mal nach Sri Lanka, da ich vor der Tour noch einige geschäftliche Dinge erledigen musste. Wir nutzten die Zeit in Sri Lanka jedoch auch als Tourvorbereitung und mieten uns vor Ort schon mal ein TukTuk, um ein wenig das Fahren zu üben. Ein Video davon wird in den nächsten Tagen auf unserem YouTubeCannel folgen.

Am 31.12. meldet sich Princley schließlich: „Hi Duden, I am in a ralley, will be back at Chennai on 8th.“

So ist das halt in Indien.. da verschieben sich die Dinge mal ganz plötzlich und man muss zwischendurch mal wieder umplanen.
Es wird keine Probleme geben, antwortet er uns noch. Die beiden Boxen seien schon installiert und auch die Gurte für Europa seien schon angebracht. Wir schreiben ihm jetzt zur Sicherheit auf einen Schlag die gesamte Liste dessen, was noch zu tun ist, vielleicht kann er sie schon mal an seine Werkstatt weitergeben, damit dann alles fertig wird:

  • Ein neues Gitter, das Fahrerkabine und Rückbank trennt
  • Ein USB-Charger
  • Ein komfortablerer Fahrersitz
  • Einen Dachgepäckträger (von dem wir ihm Beispielfotos schicken)

(Eigentlich sollte es noch ein weiteres Fach geben, unter dem Trenngitter, aber das ist nicht ganz so wichtig wie die anderen Arbeiten.)

Am 2. Januar schreibt er uns, er hätte die Fotos an seine Werkstatt weitergeleitet.

Am 5. Januar bekommen wir ein paar Bilder von ihm, wieder nur von einem Tuktuk, bei dem zweiten sind die Papiere immer noch nicht geklärt. Es ist fertig schreibt er, nur die Elektrik muss noch gemacht werden.

Wir hätten es wissen müssen: niemals zu viele Aufträge auf einmal geben. Wie zu befürchten war fehlt alles, außer den beiden Boxen.

Die TukTuks werden jetzt beide blau. Die einzige Farbe, welche hier für private TukTuks  zugelassen ist. Immerhin in unseren Augen ein hübsches Blau …

Heute 8. Januar

Wir sind in Chennai und haben den Flug extra auf morgens gebucht. Ich habe mir in den letzten Tagen in Sri Lanka eine dicke Erkältung eingefangen und auch Lumi ist etwas geschafft, da sie noch an ihrer Diss. gearbeitet hat.
Dafür kommen wir dieses Mal auch ohne Probleme durch die Visumskontrolle. Am Flughafen versuchen uns die Taxifahrer natürlich wieder Mal übers Ohr zu hauen und es ist ein bisschen Action, bis wir eines finden, welches uns für einen passablen Preis die Fahrt zum Elements Hostel anbietet. Unser Navi verspricht uns 10 Minuten Fahrzeit, doch in dem dichten Verkehr sind es am Ende 45 Minuten on the Road.

Der Leiter vom Hostel freut sich, uns wieder zu sehen, er gibt uns sein bestes Zimmer und bietet uns gleich Tee und alles, was dazu gehört, an, wir buchen es erst mal für drei Tage.
Wir richten uns in unserm Zimmer ein und gehen wenig später runter, um alles abzusprechen. Inzwischen wurde Princley darüber informiert, dass wir hier sind. „Drei Tage seien perfekt, um noch die letzten Arbeiten an unseren Fahrzeugen abzuschließen“, bekommen wir gesagt. Princley komme morgen Mittag, um mit uns zu reden, dann können wir alles besprechen.

Wir sind gespannt, in welchem Zustand unsere Tuktuks uns erwarten und wie lange wir tatsächlich noch hier verbringen müssen, bis wir aufbrechen können zum SCHWARZWALD PANORAMA.

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