Kaufe zwei SIM-Karten und erhalte tonnenweise dryfood gratis dazu

Eigentlich wollte ich nur eine indische SIM-Karte kaufen, etwas das hier in Indien mit mehr bürokratischem Aufwand verbunden ist als man zunächst denken mag, am Ende hatte ich dann allerdings auch einen ganze Tüte Bananenchips, die Aussicht auf jede Menge non-artificial dryfood (for free of course) und die Kontaktdaten des Storemanagers Noor in meiner Hand.

„incredible India“

Zunächst fing alles noch recht harmlos an, nach einer kurzen Odysee, da wir trotz exzellenter Wegbeschreibung erst einmal am Vodaphone Store vorbeigelaufen sind, hieß es Schuhe aus und rein in den Laden.

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Nach einer kurze Wartezeit saßen wir dann vor eine freundlich aussehenden, zierlichen, indischen Dame und durften uns unsere neuen SIM-Karten, anhand der von uns favorisierten Telefonnummer aussuchen.

Nachdem wir diese Aufgabe zu unserer Zufriedenheit gemeistert und jeder eine Nummer mit möglichst vielen aufeinanderfolgend gleichen Ziffern ausgesucht hatte, standen wir bereits vor der nächsten bürokratischen Hürde. Unsere Pässe sollten kopiert und im System erfasst werden – ein Standardprozedere bei der Registrierung einer SIM-Karte in Indien. Da dudens Pass im Format jedoch zu groß war und die Kopie nur sehr undeutlich rauskam, mussten wir wir erneut warten und einer der Shopmitarbeiter wurde zum nächsten Kopierladen geschickt um für eine leserlich Kopie zu sorgen.

Die Wartezeit wurde uns im wahrsten Sinne des Wortes mit Tee versüßt. Das nenn ich mal Service. Klar in Deutschland geht vieles schneller als in Deutschland, aber dort wäre ich als Kunde in der Bringschuld gewesen und hätte selbst zum Copyshop gehen müssen. Stattdessen saßen wir dann also leicht fröstelnd in einem übermäßig klimatisierten 16qm Einraumbüro und schlürfen diabetisgefährenden süßen indischen „Schwarztee“. Der Tee wurde natürlich auch extra für uns aus einem benachbarten Teashop geordert.

Während dudens Pass also auf Abwegen war und wir eine Teekränzchen abhielten, kam die nette Mitarbeiterin auf die Idee zumindest meine Registrierung schon einmal abzuschließen. Aus mir unbekannten Gründen konnte mein Pass problemlos kopiert werden. Mein Pass ist allerdings auch neuer, hat ein kleineres Format und ist nicht ganz so abgenutzt, vielleicht lag es daran.

Zur weiteren Bearbeitung der Registrierung war jetzt nur noch ein Passfoto von Nöten.

Super vorbereitet wie ich nun mal (manchmal) bin hatte ich zufällig welche einstecken. Duden leider nicht, aber da unser Hostel nur wenige Gehminuten vom Shop entfernt lag und wir ja inzwischen den Weg kannten, war das kein größeres Problem und duden zog los seine Bilder zu holen.
Ich bin mir sicher, wäre das Hostel weiter entfernt gewesen, hätte man uns auch noch ein Taxi zum Hostel geordert.

In Indien scheint Kundensevices noch ein hohes Gut zu sein. Wobei duden da auch schon andere Erfahrungen gemacht hat.

Während ich also nun allein mit der immer noch äußerst netten und hilfsbereiten Damen an meiner SIM-Karten Registrierung saß, öffnete sich plötzlich eine bis dahin unbemerkt gebliebene Tür in der rückwärtigen Wand und ein etwa 40 jähriger modisch gekleideter Inder trat in Erscheinung – und glaubt mir eine Erscheinung war Noor wirklich, der sich mir umgehend mit einem strahlend Lächeln im Gesicht vorstellte. Er sei Noorul, der Manager dieses Vodaphoneshops und hoffe alles würde zu meiner  Zufriedenheit erledigt.

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Ich konnte das nur bejahen, verwies auf meinen Tee und lobte seine Mitarbeiter. Erfreut über meine offensichtliche Kommunikationsbereitschaft, meine blasse Hautfarbe, und meinen Sari, nahm Noor sich einen freien Stuhl und begann sich mit mir zu unterhalten. Er erzählte mir, dass viele Ausländer in seinen Shop kämen, da das Element Hostel seine Gäste immer zu ihm schicke. Er schätzte sich eindeutig sehr glücklich über diesen Sachverhalt und sprach von seinen foreign friends. Mir dämmert bereits jetzt, das ich wohl ab sofort auch zu dieser erlesenen Sammlung von foreign friends zählen würde.

Unser Plan mit einem TukTuk (in Indien „Auto“ genannt) über Land zurück nach Deutschland zu fahren hat ihn gleichermaßen beeindruckt wie schockiert. So richtig vorstellen konnte er sich die ganze Sache nicht. Wer sollte so etwas verrücktes freiwillig tun?
Auf den Schock gabs erstmal Bananenchips zum Tee und wir plauderten munter weiter bis duden irgendwann in den Laden zurück kam und natürlich erstmal von Noor begrüßt werden musste. Da ich etwas Hunger hatte nibbelte ich derweil an Tee und Bananenchips und war zur Erleichterung der Shopmitarbeiterim endlich wieder ansprechbar für alle Fragen rund um die Registrierung  der SIM, der eigentliche Grund für mein hiersein im Laden.

Ob es Höflichkeit war oder ob mein Hunger mir so deutlich auf dem Gesicht stand weiss ich nicht, aber Noor forderte mich immer wieder vehement auf, mir doch einige von den Bananenchips zu nehmen, sie waren übrigens absolut köstlich und vermutlich von dem gleichen Laden um die Ecke, wo wir bereits im Oktober verschiedene „selbstgemachte“ Chips gekauft hatten

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Das Ende der Geschichte war natürlich bereits abzusehen und so fügte ich mich nach mehrmaligen Ablehnen in mein Schicksal und packte die restlichen Chips in meinen Rucksack. Noor hatte in typisch indischer Manier eine Blattpapier genommen, zu einer Tüte gerollt und die Chips eingefüllt.

Während ich also damit  beschäftigt war meinen Hunger zu stillen und meine SIM-KARTEN Registrierung zum Abschluss zu bringen, waren duden und Noor, soweit ich bruchstückhaft mitbekam, in ein Gespräch über dryfood vertieft.

Da ich auf einem  Wochenmarkt in Vancouver (Kanada) vorletztes Jahr, die absolut beste Linsensuppe der Welt gekauft hatte, ebenfalls dryfood und optisch leicht mit Fischfutter zu verwechseln, bin ich seit her neugierig wenn es um dryfood geht. Die Qualitätsunterschiede sind hier echt gewaltig und man sollte nicht alle Produkte über einen Kamm scheren.

Auch hier war das Ende bald abzusehen und ihr könnt es euch sicherlich schon denken – in unserem Zimmer im Hostel steht gerade ein ganzer Sack mit dryfood Reisnudeln, die wie sollte es anders sein unter anderem von Noorul verkauft werden.

Nach insgesamt etwa 1 1/2 Stunden hatte dann auch duden endlich eine fertig abgeschlossene SIM-Karten Registrierung und wir verabredeten uns mit Noorul für den nächsten Tag um einerseits die dryfood Produkte abzuholen und anderseits die Aktivierung der SIM-Karten vorzunehmen. Die Registierung dauert hier nämlich im Schnitt zwischen 24 und 48 Stunden erfordert anschließend noch eine Art Voicemail Aktivierung.

Wie es am nächsten Tag weiterging und warum wir uns abends plötzlich in einem Club wiedergefunden haben erfahrt ihr im nächsten Beitrag….

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Autor: Froilein Lumi

Lumi - wie der finnische Schnee mit einem Gespür für verrückte Abenteuerurlaube, kulinarische Be- & Absonderheiten und einem Hang zu Reisen in die nördlichen Länder dieser Welt.

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