Tuk Tuk goes ill – gestrandet in Bhadrachalam

Tja, was soll ich sagen, jetzt hat es mich auch erwischt. Nachdem duden bereits heute Morgen schlapp gemacht hat, haben wir entschieden, den heutigen Tag hier in Bhadrachalam zu verbringen.
Erstmal wurde das Hotel gewechselt. Das Royal Palace ist alles andere als royal gewesen. Die Zimmer für indische Standards okay, aber der Fäkaliengestank am Abend und das unfreundliche Personal einfach nur unerträglich. Ich kann nur jedem davon abraten, hier eine Nacht zu verbringen.

Nachdem duden am Morgen mehr tot als lebendig auf dem Bett lag und kaum zum Aufstehen zu bewegen war, war die Entscheidung, einen Tag Pause einzulegen, schnell getroffen. Wie es das Schicksal, Shiva, Jahwe, Gott, Allah oder vielleicht auch der mächtige Buddha wollte, nicht zu vergessen unseren TukTuk Hanuman, sind wir natürlich auch hier nicht ohne Unterstützung.

Meeting Mamatha
Bereits gestern Abend haben wir Mamatha und ihre Familie kennengelernt. Wie so oft wurden wir auf der Straße angesprochen und um ein gemeinsames Foto gebeten. Mamatha hat ihre Bitte dabei so lieb und so schüchtern hervorgebracht, dass wir einfach nicht nein sagen konnten (zum Glück). Anschließend hat Mamatha uns dann noch ein Restaurant fürs Abendessen empfohlen und jeder ist seiner Wege gegangen. Zum Glück kamen wir nicht weit, da wir mit dem Einkaufen von diversen TukTukGimmicks beschäftigt waren und so fand Mamatha uns nach circa 20 Minuten problemlos wieder und hat uns kurzer Hand zu sich nach Hause eingeladen.
„Warum nicht?“, dachten wir und sind mit ihr zum Laden ihrer Eltern gegangen, dem Sri Ashapura Fancy & General Store – hier gibt es echt alles zu kaufen vom Alleskleber über Schlösser bis zur Zahnbürste.

fancy store
Sri Ashapura Fancy & General Store
Im Laden angekommen haben wir uns zunächst eine kleine enge quietschtürkis gestrichene Wendeltreppe hochgekämpft und standen anschließend mitten im Wohnzimmer der Familie. Hier gab es erstmal den unvermeidlichen Indian Chai (süß. klebrig und stark). Während wir von unserer Reise erzählten, kamen immer mehr Familienmitglieder zu unserer Gruppe dazu. Indische Familienmitglieder, nahe wie ferne, schießen echt wie Pilze aus dem Boden, sobald ein Weißer im Haus ist –  ich finde  total süß wie begeistert und fasziniert sie von uns sind und das, obwohl wir diesmal kein TukTuk dabei hatten.

Nach einem leckeren Abendessen (NEIN – wir sind uns sicher, dass es nicht am Essen lag) haben wir uns verabschiedet und sind wieder zurück ins Hotel getingelt.

Aber wo war ich stehen geblieben? Ach ja, also Zombie-duden war zu nichts zu gebrauchen und ans Weiterfahren war nicht zu denken. Auf der Suche nach einem besseren Hotel haben wir uns hilfesuchend an Mamatha und ihre Familie gewandt und sind erstmal mit unseren TukTuks zu ihrem Laden gefahren.
Während ich wie immer Startschwierigkeiten mit meiner Batterie hatte, ist duden bereits vorgefahren. Die Distanz von knapp 600m bis zum Fancy Store der Familie Dabi musste ich demnach allein zurücklegen und glaubt mir, ich hatte irre viel Spaß. Zu zweit mit zwei TukTuks fallen wir ja schon auf, aber ich ALLEIN als FRAU im TUKTUK – das war unterhaltsam. Ich sage nur vor Schreck quiekende Männer im Lungi.
Im Store angekommen ging es duden leider rapide schlechter und wir wurden von unseren neuen Freunden in die nächste aryvedische Klinik gebracht.
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Aryvedische Klinik

Nach einem Bluttest und einer unfassbar hohen Medikamenten- und Behandlungsrechnung von umgerechnet 15 Euro waren wir mit allem Nötigen versorgt.

Diagnose Wydel Fever oder war es Vinel Fever oder Vinyl Fever????? Weder die Aussprache noch die schriftliche Diagnose war für uns zu entziffern.

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auch in Indien ist so manche Arzthandschrift unentzifferbar
Irgendwann hat dudens Gehirn aber doch mal wieder kurz zu arbeiten angefangen und während ich noch Vinel fever gegooglet hatte, wurde ihm klar, dass es sich wahrscheinlich um viral fever handelt – zu deutsch ein Virusinfekt. Unangenehm, aber nicht weiter gefährlich.
Nächste Station Sri Venkateswara Hotel, nur 20 Meter vom Royal Palace entfernt und um Längen besser.
Hier liegen wir nun – inzwischen beide, denn nachdem ich duden am Vormittag noch mit Obst und allerlei Genesungstamtam versorgt habe (als Team hält man natürlich in guten wie in schlechten Zeiten zusammen), liege ich inzwischen auch flach.
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Obst fürs Krankenlager
Aber keine Sorge, wir sind gut versorgt mit Medikamenten und auch Mamatha und ihre Familie informieren sich regelmäßig nach dem Stand der Dinge und heizen dem Hotelpersonal ordentlich ein (seitdem haben wir Wasserflaschen und gerade wird ein leichtes Abendessen für uns gekocht. Klar werden wir diese Extrabehandlung bezahlen müssen, gut tut sie aber trotzdem).
Morgen geht es dann hoffentlich weiter…. wir halten euch auf dem Laufenden.
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Autor: Froilein Lumi

Lumi - wie der finnische Schnee mit einem Gespür für verrückte Abenteuerurlaube, kulinarische Be- & Absonderheiten und einem Hang zu Reisen in die nördlichen Länder dieser Welt.

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