Kaufe zwei SIM-Karten und erhalte tonnenweise dryfood gratis dazu

Eigentlich wollte ich nur eine indische SIM-Karte kaufen, etwas das hier in Indien mit mehr bürokratischem Aufwand verbunden ist als man zunächst denken mag, am Ende hatte ich dann allerdings auch einen ganze Tüte Bananenchips, die Aussicht auf jede Menge non-artificial dryfood (for free of course) und die Kontaktdaten des Storemanagers Noor in meiner Hand.

„incredible India“

Zunächst fing alles noch recht harmlos an, nach einer kurzen Odysee, da wir trotz exzellenter Wegbeschreibung erst einmal am Vodaphone Store vorbeigelaufen sind, hieß es Schuhe aus und rein in den Laden.

DSC04233

Nach einer kurze Wartezeit saßen wir dann vor eine freundlich aussehenden, zierlichen, indischen Dame und durften uns unsere neuen SIM-Karten, anhand der von uns favorisierten Telefonnummer aussuchen.

Nachdem wir diese Aufgabe zu unserer Zufriedenheit gemeistert und jeder eine Nummer mit möglichst vielen aufeinanderfolgend gleichen Ziffern ausgesucht hatte, standen wir bereits vor der nächsten bürokratischen Hürde. Unsere Pässe sollten kopiert und im System erfasst werden – ein Standardprozedere bei der Registrierung einer SIM-Karte in Indien. Da dudens Pass im Format jedoch zu groß war und die Kopie nur sehr undeutlich rauskam, mussten wir wir erneut warten und einer der Shopmitarbeiter wurde zum nächsten Kopierladen geschickt um für eine leserlich Kopie zu sorgen.

Die Wartezeit wurde uns im wahrsten Sinne des Wortes mit Tee versüßt. Das nenn ich mal Service. Klar in Deutschland geht vieles schneller als in Deutschland, aber dort wäre ich als Kunde in der Bringschuld gewesen und hätte selbst zum Copyshop gehen müssen. Stattdessen saßen wir dann also leicht fröstelnd in einem übermäßig klimatisierten 16qm Einraumbüro und schlürfen diabetisgefährenden süßen indischen „Schwarztee“. Der Tee wurde natürlich auch extra für uns aus einem benachbarten Teashop geordert.

Während dudens Pass also auf Abwegen war und wir eine Teekränzchen abhielten, kam die nette Mitarbeiterin auf die Idee zumindest meine Registrierung schon einmal abzuschließen. Aus mir unbekannten Gründen konnte mein Pass problemlos kopiert werden. Mein Pass ist allerdings auch neuer, hat ein kleineres Format und ist nicht ganz so abgenutzt, vielleicht lag es daran.

Zur weiteren Bearbeitung der Registrierung war jetzt nur noch ein Passfoto von Nöten.

Super vorbereitet wie ich nun mal (manchmal) bin hatte ich zufällig welche einstecken. Duden leider nicht, aber da unser Hostel nur wenige Gehminuten vom Shop entfernt lag und wir ja inzwischen den Weg kannten, war das kein größeres Problem und duden zog los seine Bilder zu holen.
Ich bin mir sicher, wäre das Hostel weiter entfernt gewesen, hätte man uns auch noch ein Taxi zum Hostel geordert.

In Indien scheint Kundensevices noch ein hohes Gut zu sein. Wobei duden da auch schon andere Erfahrungen gemacht hat.

Während ich also nun allein mit der immer noch äußerst netten und hilfsbereiten Damen an meiner SIM-Karten Registrierung saß, öffnete sich plötzlich eine bis dahin unbemerkt gebliebene Tür in der rückwärtigen Wand und ein etwa 40 jähriger modisch gekleideter Inder trat in Erscheinung – und glaubt mir eine Erscheinung war Noor wirklich, der sich mir umgehend mit einem strahlend Lächeln im Gesicht vorstellte. Er sei Noorul, der Manager dieses Vodaphoneshops und hoffe alles würde zu meiner  Zufriedenheit erledigt.

DSC04239.JPG

Ich konnte das nur bejahen, verwies auf meinen Tee und lobte seine Mitarbeiter. Erfreut über meine offensichtliche Kommunikationsbereitschaft, meine blasse Hautfarbe, und meinen Sari, nahm Noor sich einen freien Stuhl und begann sich mit mir zu unterhalten. Er erzählte mir, dass viele Ausländer in seinen Shop kämen, da das Element Hostel seine Gäste immer zu ihm schicke. Er schätzte sich eindeutig sehr glücklich über diesen Sachverhalt und sprach von seinen foreign friends. Mir dämmert bereits jetzt, das ich wohl ab sofort auch zu dieser erlesenen Sammlung von foreign friends zählen würde.

Unser Plan mit einem TukTuk (in Indien „Auto“ genannt) über Land zurück nach Deutschland zu fahren hat ihn gleichermaßen beeindruckt wie schockiert. So richtig vorstellen konnte er sich die ganze Sache nicht. Wer sollte so etwas verrücktes freiwillig tun?
Auf den Schock gabs erstmal Bananenchips zum Tee und wir plauderten munter weiter bis duden irgendwann in den Laden zurück kam und natürlich erstmal von Noor begrüßt werden musste. Da ich etwas Hunger hatte nibbelte ich derweil an Tee und Bananenchips und war zur Erleichterung der Shopmitarbeiterim endlich wieder ansprechbar für alle Fragen rund um die Registrierung  der SIM, der eigentliche Grund für mein hiersein im Laden.

Ob es Höflichkeit war oder ob mein Hunger mir so deutlich auf dem Gesicht stand weiss ich nicht, aber Noor forderte mich immer wieder vehement auf, mir doch einige von den Bananenchips zu nehmen, sie waren übrigens absolut köstlich und vermutlich von dem gleichen Laden um die Ecke, wo wir bereits im Oktober verschiedene „selbstgemachte“ Chips gekauft hatten

Fotos (20).jpg

Das Ende der Geschichte war natürlich bereits abzusehen und so fügte ich mich nach mehrmaligen Ablehnen in mein Schicksal und packte die restlichen Chips in meinen Rucksack. Noor hatte in typisch indischer Manier eine Blattpapier genommen, zu einer Tüte gerollt und die Chips eingefüllt.

Während ich also damit  beschäftigt war meinen Hunger zu stillen und meine SIM-KARTEN Registrierung zum Abschluss zu bringen, waren duden und Noor, soweit ich bruchstückhaft mitbekam, in ein Gespräch über dryfood vertieft.

Da ich auf einem  Wochenmarkt in Vancouver (Kanada) vorletztes Jahr, die absolut beste Linsensuppe der Welt gekauft hatte, ebenfalls dryfood und optisch leicht mit Fischfutter zu verwechseln, bin ich seit her neugierig wenn es um dryfood geht. Die Qualitätsunterschiede sind hier echt gewaltig und man sollte nicht alle Produkte über einen Kamm scheren.

Auch hier war das Ende bald abzusehen und ihr könnt es euch sicherlich schon denken – in unserem Zimmer im Hostel steht gerade ein ganzer Sack mit dryfood Reisnudeln, die wie sollte es anders sein unter anderem von Noorul verkauft werden.

Nach insgesamt etwa 1 1/2 Stunden hatte dann auch duden endlich eine fertig abgeschlossene SIM-Karten Registrierung und wir verabredeten uns mit Noorul für den nächsten Tag um einerseits die dryfood Produkte abzuholen und anderseits die Aktivierung der SIM-Karten vorzunehmen. Die Registierung dauert hier nämlich im Schnitt zwischen 24 und 48 Stunden erfordert anschließend noch eine Art Voicemail Aktivierung.

Wie es am nächsten Tag weiterging und warum wir uns abends plötzlich in einem Club wiedergefunden haben erfahrt ihr im nächsten Beitrag….

Werbeanzeigen

Jippieh Yeah

Finally – wir haben es geschafft und sind jetzt ganz offiziell im Besitz der beiden Fahrzeuge und haben sogar eine Fahrzeugversicherung. Nun fehlt nur noch die Carnet de Passage und dann kann es Samstag früh losgehen.
(mehr zu dem ganzen Prozedere beim Notar und im Gerichtshof folgt in Kürze)

Finally, we have done it. From now on we are officially the owners of our two threeweelers, and we could also manage to get the insurance for the vehicels. The last thing to do now is the Carnet de Passage, and when this is done we can start our journey on saturday morning.
(More about the whole procedure at the notary and in the courtyard will be reported soon)

Notary
Notary – checking the papers before giving the stamps

DSC04400

„We love when you order here“

Ein richtiger Filterkaffe, dachten wir uns- das wäre was. Denn Kaffee gibt es hier wenn oft nur instant,  meist gibt es nur schwarzen Tee mit viel Milch und Zucker.

Indische Restaurants haben einen fast unvergleichlichen „Charme“.  Kaum kommt man rein, schon gibt es einen Ober, der für einen zuständig ist. Da hat man ordentlichen Service, zumindest was man in Indien darunter versteht, manchmal gibt es so viele Ober, dass man das Gefühl hat, für jeden Tisch gäbe es einen eigenen. Die kommen auch alle zwei Minuten vorbei und fragen, ob man noch etwas braucht. Bringen einem alles, was man will, und wenn es der Laden nicht hat, versuchen sie es für einen drei Häuser weiter zu kaufen, wenn etwas mal nicht besorgt werden kann, versuchen alle im Restaurant, gemeinsam das Problem zu lösen.
Man isst also eine Portion von der Größe, dass eine Familie davon satt werden könnte, trinkt dabei eine Cola, danach noch nen Tee, vlt. noch ne Sprite und zahlt für alles zusammen umgerechnet maximal 2 Euro, inklusive Trinkgeld für den Ober.

Service wird großgeschrieben in Indien

Wenn man gerade in Indien angekommen ist, braucht man aber auch mal einen Platz, um kurz abzuschalten und die ganzen Eindrücke zu verarbeiten…

… dabei dachten wir an das Café um die Ecke von unserem Hostel, das wohl vor ca. 2 Wochen aufgemacht hat… ein richtiges Café mit Theke und viel zu kleinen Bartischen, fast schon europäisch. Hinter der Theke hängen große Plakate, die die Angebote anprangern und zwischen ihnen und der Theke stehen zwei mäßig motivierte Mitarbeiter.  Es gibt div. Getränke, Energiedrinks, Kuchen und sogar eine „hot black forest chocolate“.

DSC04241.JPG
Über der Kasse hängt ein Schild, auf dem steht: „we love when you order here“
Also gibt es hier wohl keinen Service am Platz, dafür gibt es hier auch nicht 5-10 Angestellte wie in jedem anderen Restaurant, das diese Größe hätte, sondern halt nur zwei. Einsparungsmaßnahme würde man sowas nennen, glaube ich.

Also gehen wir nach vorne, um zu bestellen:

  • Einen Kaffee
  • Einmal die „hot black forest chocolate“
  • Einen Kuchen
  • Und eine Samosa (das sind indische Teigtaschen mit Gemüsefüllung, die meist sehr scharf sind)

Die Samosa ist mit 34 Rupies ausgewiesen und damit schon teurer als normal. Doch das ist nicht genug, als ich bestelle, bekomme ich gesagt, dass man mindestens zwei davon nehmen muss.
Dann kommt die Rechnung 576 Rupies für alles zusammen. Mir fallen die Augen raus. Ich hatte schon gerechnet, dass es hier etwas teurer ist, aber fünfmal so viel, als wir in jedem anderen Restaurant bezahlen würden, kann das sein?

Ich bitte die mäßig motivierte Bedienung mir das Ganze vorzurechnen und er fängt an: Samosa 34 Rupies, aber ich muss ja zwei nehmen, also 2 x 34, dass ergibt zusammen, erklärt er mir, 73 Rupies. Nein, sage ich, und erkläre ihm, dass es nicht 73 Rupies sind. Zwei andere Inder im Café bekommen das mit, kommen dazu und fangen gleich an mit ihm zu diskutieren, ich verstehe kein Wort, denn sie sprechen Tamil. Der Kassierer fängt an es dem anderen vorzurechnen und tippst wild auf seiner Kasse rum. Irgendwann sprechen sie wieder Englisch und zwar an der Stelle, als der sich mit einmischende Local verlangt, die Mailadresse vom Filialleiter zu bekommen oder die Telefonnummer.  Der Ober ist mit den Nerven am Ende und erklärt immer wieder, dass es das Café erst seit zwei Wochen gibt, sie seien noch nicht eingearbeitet. Der Ober versucht schließlich zu erklären, dass ja auf die Rechnung noch Steuern drauf kommen, tippt es noch mal ein und kommt dennoch trotzdem nur noch auf 504 Rupies.

„Teuer“, sagt mir auch der Inder, der mir netterweise geholfen hat, „dafür haben sie keinen Service“ sagt er mit ironischen Unterton.

Die ‚hot black forest chocolate‘ habe ich übrigens nicht ausgetrunken, die war so süß, dass ich Angst hatte, sofort an Diabetes zu sterben.

Das ist also Indien. Auf der einen Seite die, die versuchen, so viel Geld aus Touristen raus zu holen wie möglich, auf der anderen Seite jene, gerade junge Inder aus wohlhabenden Familien, die das Image ihres Landes aufpolieren wollen und nicht möchten, dass Touristen als Melkkuh für Geld gesehen werden, sondern eine faire Behandlung erfahren.

DSC04242.JPG

Endlich in Chennai… kann es jetzt losgehen?

Ich bin sehr gespannt, wie es jetzt wird und was uns erwartet!

Nachdem wir vor zwei Monaten in Chennai waren, war die Lage erst mal sehr ernüchternd. Wir hatten gehofft, dass man in der Werkstatt in Chennai die Fahrzeuge schon parat oder wenigstens für uns in Aussicht hätte, nachdem wir mit dem Team der Rickshawchallenge bereits im Sommer angefangen hatten, zu schreiben.
Wie uns scheint mit dem Geist einer Person, die noch kein Mensch je persönlich getroffen hat und die von einem Büro in Ost-Europa Nachrichten schreibt, die zudem eher kontraproduktiv waren. Immer wieder begann man Gesprächsfäden von Neuem und tatsächliche Verhandlungen waren eher nicht möglich. Dennoch wollten wir es versuchen, denn alle Onlinereferenzen in Sachen „internationales Unterwegssein mit einem TukTuk“ wiesen zu dieser Werkstatt im Süd-Osten Indiens hin.
In Chennai trafen wir dann Princley, einen viel beschäftigten Mann, der hier in Indien die Fäden dafür zu ziehen scheint. Jetzt konnten wir im Gespräch zumindest einen Faden aufbauen, dennoch waren die Verhandlungen nicht einfach und so flogen wir vor zwei Monaten mit dem Gefühl nach Hause, jetzt auf dem Stand zu sein, auf dem wir schon längst zu seien gehofft hatten.
Klingt der Satz jetzt kompliziert? Dann spiegelt er ungefähr wieder, wie sich die Kommunikation die letzten zwei Monate gestaltete.
Um ehrlich zu sein: man versucht sich ja auch auf verschiedene Szenarien vorzubereiten, aber bei der Indischen Mentalität werden halt viele Pläne schnell über den Haufen geworfen…

Es dauerte noch bis Ende November bis man zwei TukTuks für uns aufgetrieben hatte und wir waren kurz davor die Tour mit einem TukTuk zu machen oder abzusagen, da wir fast nicht mehr dran glaubten. Es ist halt alles andere als einfach, von Europa aus ein TukTuk in Indien zu kaufen und umbauen zu lassen.
Doch schlussendlich hatten wir zumindest den Kauf noch in diesem Monat über die Bühne gebracht.

Viertakter. Höchstgeschwindigkeit um die 60 km/h. Bisher als Taxis zugelassen.

Da ist schon mal die erste indische Hürde, sie müssen umgemeldet werden, vom Taxi zum Privatfahrzeug. Warum? Naja, sagen wir mal vereinfacht: Das läuft hier anders als in Deutschland. Hier kauft man ein Fahrzeug, das schon ein Kennzeichen hat, und lässt dieses Kennzeichen auf einen umschreiben (das Kennzeichen und dessen bisherige Zulassung haben also ein größere Bedeutung). In Deutschland wäre es umgekehrt, da kauft man ein Fahrzeug und lässt ein Kennzeichen auf sich zu, das man dann am Auto montiert.
Wenn also ein TukTuk bisher ein Taxischild hat, dann kauft man es als Taxi und muss dann zum Amt gehen, begründen, warum man ein Fahrzeug gekauft hat, das eine andere Funktion hat als man will, und damit verbunden neue Nummernschilder für die Fahrzeuge beantragen. Das ist ein bürokratischer Aufwand und damit wiederum verhält er sich wie in Deutschland: Bürokratie dauert lange.
Zum Glück haben wir Princley, der vollen Einsatz zeigt und alles gibt, um die Ummeldung so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Ganz billig ist das nicht und wenn die Inder hören, dass es für Ausländer ist, kostet es gleich ein Vielfaches.

Zudem müssen dann erst mal die Fahrzeuge angezahlt werden, das dauert bei einer Überweisung nach Indien ca. 1-2 Wochen. Während die Anzahlung unterwegs ist, fängt die Werkstatt in Chennai schon mal an, die Maschinen zu überholen. Somit bleibt uns die Hoffnung, dass es noch in time fertiggestellt wird!

Wir hatten vor unserem Abflug mit Princley vereinbart, dass er uns, sobald die Fahrzeuge gekauft sind, die entsprechenden Fahrzeugpapiere zukommen lässt, so dass wir versuchen können, schon mal ein Kennzeichen in Deutschland zu bekommen… auch wenn die TukTuks offiziell in Indien zu gelassen sind, würde ein deutsches Kennzeichen vieles einfacher machen….
Doch die Papiere sind erst am 6. Dezember fertig. Zu lange dauerte die indische Bürokratie. Um die Papiere jetzt noch nach Deutschland zu übersenden und hier im Behördendschungel zu agieren, ist es leider zu spät.

Am 13.12. schreibt Princley uns dann endlich, dass die Arbeiten an der Maschine abgeschlossen seien, doch die Mühlen in Indien mahlen langsam und so dauert es dann doch noch mal ein paar Tage, bis wir Bilder von den überholten Maschinen bekommen.

Am 19.12. kommt dann endlich ein Video, in dem er die Maschine und ein TukTuk filmt. Nur eines? Das andere ist noch nicht so, bei dem gibt es immer noch Probleme mit den Papieren…

Einen Tag später, 20.12. … Time is running! So langsam bekommen wir doch wieder Muffensausen,  ob das noch was wird mit den Umbauten. Wir beschließen, ihm ab jetzt schon mal erste personalisierte Umbauten zu erklären, alles stückchenweise! Denn wenn wir eines gelernt haben, dann dass man den Leuten hier nicht zu viel auf einmal sagt, sonst gerät die Hälfte wieder in Vergessenheit.
Just in Case schreibe ich ihm, er soll die Fahrzeuge noch nicht lackieren, sondern uns vorher informieren, weil wir ja noch weitere Umbaumaßnahmen haben und die Fahrzeuge sonst noch einmal lackiert werden müssten. Das macht keinen Sinn. Auch das Dach soll er erst mal noch nicht wieder installieren.
Zu den weiteren Umbauten: Ich fange ihm also an zu erklären, dass wir in beiden TukTuks hinter der Rückbank und unter dem Vordersitz je eine Box haben wollen. (Diese Dinge hatten wir natürlich alle schon mal besprochen, aber was solls…)

„Kein Problem“, sagt Princley und schickt noch mal ein paar Fotos hinterher:

 

Danach hören wir erst mal nichts mehr von ihm…  auch auf Anfragen reagiert er nicht.

Zwischendurch fliegen wir schon mal nach Sri Lanka, da ich vor der Tour noch einige geschäftliche Dinge erledigen musste. Wir nutzten die Zeit in Sri Lanka jedoch auch als Tourvorbereitung und mieten uns vor Ort schon mal ein TukTuk, um ein wenig das Fahren zu üben. Ein Video davon wird in den nächsten Tagen auf unserem YouTubeCannel folgen.

Am 31.12. meldet sich Princley schließlich: „Hi Duden, I am in a ralley, will be back at Chennai on 8th.“

So ist das halt in Indien.. da verschieben sich die Dinge mal ganz plötzlich und man muss zwischendurch mal wieder umplanen.
Es wird keine Probleme geben, antwortet er uns noch. Die beiden Boxen seien schon installiert und auch die Gurte für Europa seien schon angebracht. Wir schreiben ihm jetzt zur Sicherheit auf einen Schlag die gesamte Liste dessen, was noch zu tun ist, vielleicht kann er sie schon mal an seine Werkstatt weitergeben, damit dann alles fertig wird:

  • Ein neues Gitter, das Fahrerkabine und Rückbank trennt
  • Ein USB-Charger
  • Ein komfortablerer Fahrersitz
  • Einen Dachgepäckträger (von dem wir ihm Beispielfotos schicken)

(Eigentlich sollte es noch ein weiteres Fach geben, unter dem Trenngitter, aber das ist nicht ganz so wichtig wie die anderen Arbeiten.)

Am 2. Januar schreibt er uns, er hätte die Fotos an seine Werkstatt weitergeleitet.

Am 5. Januar bekommen wir ein paar Bilder von ihm, wieder nur von einem Tuktuk, bei dem zweiten sind die Papiere immer noch nicht geklärt. Es ist fertig schreibt er, nur die Elektrik muss noch gemacht werden.

Wir hätten es wissen müssen: niemals zu viele Aufträge auf einmal geben. Wie zu befürchten war fehlt alles, außer den beiden Boxen.

Die TukTuks werden jetzt beide blau. Die einzige Farbe, welche hier für private TukTuks  zugelassen ist. Immerhin in unseren Augen ein hübsches Blau …

Heute 8. Januar

Wir sind in Chennai und haben den Flug extra auf morgens gebucht. Ich habe mir in den letzten Tagen in Sri Lanka eine dicke Erkältung eingefangen und auch Lumi ist etwas geschafft, da sie noch an ihrer Diss. gearbeitet hat.
Dafür kommen wir dieses Mal auch ohne Probleme durch die Visumskontrolle. Am Flughafen versuchen uns die Taxifahrer natürlich wieder Mal übers Ohr zu hauen und es ist ein bisschen Action, bis wir eines finden, welches uns für einen passablen Preis die Fahrt zum Elements Hostel anbietet. Unser Navi verspricht uns 10 Minuten Fahrzeit, doch in dem dichten Verkehr sind es am Ende 45 Minuten on the Road.

Der Leiter vom Hostel freut sich, uns wieder zu sehen, er gibt uns sein bestes Zimmer und bietet uns gleich Tee und alles, was dazu gehört, an, wir buchen es erst mal für drei Tage.
Wir richten uns in unserm Zimmer ein und gehen wenig später runter, um alles abzusprechen. Inzwischen wurde Princley darüber informiert, dass wir hier sind. „Drei Tage seien perfekt, um noch die letzten Arbeiten an unseren Fahrzeugen abzuschließen“, bekommen wir gesagt. Princley komme morgen Mittag, um mit uns zu reden, dann können wir alles besprechen.

Wir sind gespannt, in welchem Zustand unsere Tuktuks uns erwarten und wie lange wir tatsächlich noch hier verbringen müssen, bis wir aufbrechen können zum SCHWARZWALD PANORAMA.

Ranjith´s Beach Hut – die vielleicht gemütlichste Spelunke nördlich des Äquators

Es gab schon zahlreiche Oden, Elegien, Sonnette, Balladen und Hymnen auf die Frauen, die Liebe und sicherlich auch auf den Arrack (wenn auch nicht aus meiner Feder) …. aber womit ich mich heute beschäftigen möchte, ist eine Liebeserklärung an Ranjith’s Beach Hut.

Ranjith’s Beach Hut ist so etwas wie eine verwunschene der Zeit eintrückte Oase der Gemütlichkeit und Entschleunigung im sonst so hektischem und von Touristen überlaufenden Hikkaduwa.
Hier in der herrlich heruntergekommenen und mit viel Charme und Meeresluft langsam oxidierten und etwas angelaufenen Strandbar treffen sich all jene die von einer Zeit träumen, als es in „Hikka“ nur ein paar wenige Guesthouses und ein oder zwei Strandkneipen gab.

Ranjith`s
24 Hours with you ❤

Wenn du, egal zu welcher Uhrzeit – denn Ranjith ist 24h für dich da – eine Bleibe suchst, in der du einfach nur du selbst sein kannst, egal ob Dandy, Kandydancer, alternder Surfboy, psycodelic Hippie oder (gestresste) Mutter mit Kleinkind auf der Suche nach Schatten, dann bist du hier genau richtig.  Bei Ranjith sind alle willkommen, Zweibeiner ebenso wie Vierbeiner.

DSC04104

Das Essen ist typisch singhalesisch, die Portionen üppig, die Getränke immer kalt und die Fruchtsäfte stehts frisch und der Ingwertee heiß, scharf und süß zugleich – Sri Lanka eben.

Für mich ist Ranjith’s Beach Hut zu meiner zweiten Heimat auf der Insel geworden und wann immer ich in Sri Lanka bin zieht es mich Abend für Abend dort hin.

DSC04012
egal ob tagsüber…
DSC03995
oder nachts… hier ist immer etwas los

Da sitze ich dann auf den braunen Plastikstühlen in Holzoptik, umgeben von samtig schimmernd orangfarbenen Wänden mit immer neuen Kunstwerken (hier zahlt man den ein oder anderen Deckel  im Form einer Wandbemalung ab), vor mir ein weißer Gartenzaun und dahinter die unendlichen Weiten des Meeres.


Klingt kitischig? Ist es auch!!! Und dabei trotzdem wunderbar am mainstream vorbei ohne gezwungen hip zu wirken.

Man weiss nie genau, ob es die Brandung ist, die sich dem Rythums des Musik anpasst oder ob die Musik im Takt zu den Wellen spielt, ob man einen Sonnenstich hat oder doch schon ein Bier zu viel getrunken hat – entscheidenen ist nur das die Geräuschkulisse langsam zu einem fernen Rauschen verblasst, während man tief in Gedanken verloren aufs Meer schaut und das Gefühl hat bei alle dem Trubel um einem herum doch irgendwie zu Hause zu sein und gemeinsam mit ein paar guten Freunden auf der Couch zu sitzen.

Das alles und noch viel mehr ist Ranjith’s Beach Hut – eine Oase der Friedlichkeit, ein Hafen für alle Verlorenen, ein Ort zum Vergessen, zum Feiern, zum Freundschaften schließen und zum Essen.

In der Beach Hut ist über die Jahr hinweg eine Atmosphäre entstanden, die nur durch Authentizität, Geduld, eine gewisse Portion sri lankanischer Handwerkskunst, viele Emotionen und vor allem wunderbare Menschen geschaffen werden kann – und die in sich all das vereint – was viele postmoderne Berliner, Hamburger und Münchner Möchtegern-Hippies & Hippster versuchen auf künstliche Weise in ihren exklusiven und exquisiten Trendbars und Kneipen zu kultivieren.

Bei Ranjith findet man nicht 10 verschiedene Sorten Gin von kleinen unbekannten Destillerien und auch kein Craftsbeer – weil weder Ranjith noch seine Gäste solchen Schnick Schnack brauchen um irgendwem, irgendwas zu beweisen.

Für den ein oder anderen mag Ranjith’s Beach Hut einfach nur eine in die Jahre gekommene abgeranzte Strandbar sein, für mich aber und für alle die mit dem Herzen sehen, ist Ranjiths Beach Hut einer der wenigen besonderen Orte auf dieser Welt, der sich trotz steigenden Touristenzahlen und stetig wandelnder Trends immer treu geblieben ist – einmal zweites Wohnzimmer, immer zweites Wohnzimmer.

hier wird noch mit dem Chef persönlich abgerechnet

Und nun zum Schluss noch ein kleiner Rat an alle die sich auf die Suche machen nach Ranjith‘s Beach Hut…..

Poem
Coffee Man