„Wenn ich seine Northface Jacke sehe könnt ich schon kotzen“ – alles eine Frage der Perspektive

Über sogenannte Elendstouristen, undifferenzierte YouTube-Kommentare und einen dringend benötigten Perspektivwechsel

Eigentlich wollte ich heute Nachmittag einen ganz anderen Artikel für euch schreiben, etwas Nettes, Flauschiges, Unbeschwertes – nichts schwer Bekömmliches, keine harte Kost, nichts zum Nachdenken, Grübeln, Philosophieren und Mitdiskutieren – tja, was soll ich sagen, manchmal kommt es anders….

Mir brennt gerade viel unter den Nägeln, von dem ich euch erzählen möchte, zum Beispiel davon, das Kickstarter die Integrität unseres Projekt anzweifelt, darüber, wie farbenfroh dieses Land ist oder was für einen wundervollen Tag wir in Jagdalpur hatten, als wir einfach mal einen Tag lang am ganz normalen Touriprogramm-Wahnsinn teilgenommen haben.

Klappt aber nicht, seit gestern Abend rumort es in meinem Kopf und nachdem die Zahnräder einmal in Bewegung gekommen sind, möchte ich es nun doch loswerden und aufs Papier bringen, oder besser gesagt auf den Bildschirm.

Angefangen hat alles damit, dass meine Mutter mir einen YouTube-Link zu einem Trailer geschickt hat. In dem Trailer geht es um einen Film, der von einem deutschen Ehepaar gedreht wurde, während diese knapp 3 Jahre auf Weltreise waren (ohne ein einziges Mal ein Flugzeug zu besteigen). Der Trailer ist spannend und wäre ich derzeit in Deutschland, ich wäre definitiv mit in den Film gegangen.

Was mich aber nun seit gestern Abend so dermaßen beschäftigt, dass ich alle anderen Projekte hier auf dem Blog stehen und liegen lasse, war ein Kommentar unterhalb des YouTube-Videos:

Also, nachdem ich jetzt mittlerweile bemerkt habe, dass es inzwischen eine Welle von Weltverbesserer-Ich-reise-um-die-Welt-und-gebe-fast-nichts-aus Leuten gibt, möchte ich auch einmal etwas dazu sagen, auch wenn dies kaum jemand lesen wird.

Tja, lieber Peter Hansen, ich habe deinen Kommentar gelesen und er hat mich zum Nachdenken angeregt.

Ich habe ein Problem damit, dass inzwischen fast alle Menschen der sogenannten Ersten Welt, durch die Welt reisen und dies das Natürlichste und Beste überhaupt anpreisen. Das Ganze hat für mich etwas von Elendstourismus. Diesen können wir uns nur leisten, weil wir selbst extrem priviligiert sind und Geld haben. Gleichzeitig machen wir alle einen auf Hippie, der nicht viel Geld braucht und von der Gesellschaft unabhängig ist. […]

Nur wir haben die Macht, allein durch Geburt in der Lage zu sein, eine billige Krankenversicherung zu haben, einen universellen Pass und eine Art von Anerkennung in dieser Welt, die dazuführt dass wir überall gerne gesehen werden. Das Problem dabei ist, dass natürliche Gastfreundschaft im Ausland sehr viel größer geschrieben wird, diese jedoch auch gerne und gut von sogenannten Elendstouristen ausgenutzt wird. […]

Wie kann es sein, dass jemand der aus einem Land kommt, dessen mittleres Einkommensniveau das des Landes Somalia um ein tausendfaches übersteigt, per Anhalter fährt, sich zum Übernachten einladen lässt und die Gastfreundschaft von anderen Kulturen ausnutzt? Diese Menschen arbeiten hart und werden doch nie auch nur einen Bruchteil von dem haben, was unsere priviligierte westliche Wohlstandsgesellschaft als ganz normal ansieht.

[…] aber was ich mir wirklich wünsche wäre mehr Demut und mehr Bereitschaft der westlichen „Wertegemeinschaft“, die Ideale und Hilfsbereitschaft von weniger „verdorbenen“ Gesellschaften nicht auszunutzen. Wir haben so viel und viele andere Menschen soooo wenig. Überlegt euch doch einfach vorher, ordentliche Kohle in Deutschland zu machen (das kann man selbst ohne großen Abschluss) und diese Kohle dann ins Ausland zu den Menschen, die sie brauchen zu bringen, anstatt einen auf Pseudo-Ökotouristen zu machen, die nur abgreifen und sich noch selbst feiern, dass sie so etwas geschafft haben.

[…]

(Ich habe mir erlaubt, die für mich relevanten Ausschnitte zu kopieren und andere wegzulassen, ohne die Message des Kommentars zu verfälschen oder populistisch darzustellen. Darüber hinaus habe ich Fehler im Satzbau korrigiert, um die Lesbarkeit des Kommentars zu erleichtern.)

Spannend ist, dass Hans Peter den Film noch nicht einmal gesehen hat – aber das steht hier nicht zur Debatte. Ich habe ihn ja auch nicht gesehen :).
Wenn ihr den gesamten Kommentar lesen möchtet, findet ihr ihn hier.

Diesen Kommentar hat der gleiche Autor übrigens wenige Minuten später ebenfalls unter das Video gepostet und sich damit in meinen Augen endgültig disqualifiziert:

Und wenn ich seine North Face Jacke sehe könnt ich schon kotzen!

Nichtsdestotrotz geht mir dieses eine Wort nicht aus dem Kopf:

ELENDSTOURISMUS

Betreibe ich ebenfalls Elendstourismus, wenn ich mich empört darüber zeige, dass man versucht, mir einen Fingerhut voll Chai für 10 statt die üblichen 5 Ruppies zu verkaufen? Ist es arrogant von mir, dass ich die gleichen Preise zahlen möchte wie die Einheimischen? Wohlwissend, dass 10 Ruppies umgerechnet 13 Cent sind, wir hier also über 6,5 Cent diskutieren?

Ich finde, diese Frage lässt sich nicht ohne Weiteres pauschal beantworten. Würde jeder Tourist bereitwillig überall das Doppelte des normalen Preises zahlen, würden mit der Zeit vermutlich zwei Dinge passieren:

Erstens würden immer mehr Menschen ihre Arbeitsplätze außerhalb des „Tourismusgeschäfts“ verlassen, um in diesem das „große Geld“ zu machen.

Der Maisbauer, der sieht, dass sein Nachbar beim Teeverkauf das Doppelte des normalen Preises erzielt, würde in kürzester Zeit keinen Mais mehr anbauen, sondern ebenfalls Tee verkaufen. Aber wer baut dann den Mais an, welcher als wichtige Lebensgrundlage für Mensch und Tier dient?

Zweitens würde irgendwann auch der Tee für die lokale Bevölkerung statt 3 oder 5 Ruppies 10 Ruppies kosten und damit insbesondere für die Niedrigverdienener immer unerschwinglicher werden.

Denn genau das ist dem einstmals beschaulichen Fischerdörfchen Hikkaduwa auf Sri Lanka passiert. Knapp 90% der dortigen Bevölkerung leben inzwischen mehr schlecht als recht vom Tourismus, denn in der Nebensaison ist dort absolut tote Hose.
Des Weiteren können viele der Einheimischen sich die Preise für Lebensmittel, Speisen und Getränke direkt vor Ort nicht mehr leisten, da inzwischen alle den gleichen, hohen Touristenpreis zahlen müssen. Reich geworden ist dabei kaum keiner, außer vielleicht ein paar zwielichtige Dachorganisationen.

Es ist ein schwieriger Spagat: Wie viel mehr lasse ich als „helle-Hautfarbe-Gebühr“ durchgehen und wann ist es zu viel und schadet letztlich auch der eigenen Wirtschaft des Landes? Ich habe bereits und würde dies wieder tun sang- und klanglos 5 Ruppies für eine Tasse Tee bezahlt, wohlwissend, dass alle Einheimischen vor mir nur 3 Ruppies gezahlt haben. Das war für mich okay, nicht weil ich 3,5 Cent extra Gebühr eher verschmerzen kann als 6,5 Cent, sondern weil ein Preisaufschlag von 67% etwas anders ist als ein Aufschlag von 100%.

Ein ähnliches Problem ergibt sich beim Umgang mit Bettlern. Es gibt die einen, vor allem Ausländer, die sagen: „Die Bettler sind in ihrer Kaste gefangen und können keine richtige Arbeit annehmen.“ Dieser Aussage kann ich nur gegenüberstellen, was ich hier von indischen Geschäftsleuten gehört habe. Diese haben mir Folgendes berichtet:

„Diese Menschen haben gesunde Arme und Beine, wir haben ihnen eine Arbeit angeboten, aber sie wollen nicht arbeiten, sie betteln lieber, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.“

Ich muss zugeben, dass ich selbst nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Wir als Team von TukTuk to go haben uns während unserer Reise für einen Mittelweg entschieden und geben den Menschen Essen und sauberes Trinkwasser aus Flaschen oder bieten ihnen an, sie für eine bestimmte Dienstleistung, wie etwa das Bewachen unser Fahrzeuge entsprechend zu vergüten.

Sind wir deswegen jetzt Elendstouristen? Weil wir keine, für hiesige Verhältnisse, völlig überteuerten Preise zahlen wollen und Bettler nicht dadurch in ihrem Betteln unterstützen, indem wir ihnen für deutsche Verhältnisse kleine, für hiesige Verhältnisse aber horrende Summen in den Rachen schmeißen, sondern sie stattdessen mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser versorgen oder sie fragen, ob sie bereit sind einen kleinen Auftrag auszuführen, den wir dann wiederum angemessen finanziell entlohnen?

Sind wir Elendstouristen, weil wir die Menschen, die uns hier als Gast aufnehmen, die dies tun, weil es ihnen eine Freude und ein Bedürfnis ist, nicht beleidigen, indem wir vehement darauf bestehen, sie finanziell zu entschädigen?
Wir versuchen immer zunächst einmal alle von uns erworbenen Produkte oder Dienstleistungen zu bezahlen. Wenn die Verkäufern im Kiosk aber auch nach dem dritten Mal darauf besteht, uns die typisch indischen Süßigkeiten als Aufmerksamkeit für unsere Reise kostenlos mit in unsere sowieso schon prall gefüllte Tüte zu stecken, dann nehmen wir dies gerne und dankend an und zeigen damit, dass wir ihre Wertschätzung annehmen und entsprechend honorieren.

Wenn wir zu Einheimischen nach Hause eingeladen werden, versuchen wir häufig, uns zu revanchieren, indem wir sie zum Abendessen einladen, ihre Produkte kaufen oder eben auch einfach ihre ehrliche und aufrichtige Gastfreundschaft annehmen. Wir versuchen dabei stets vorsichtig zu ergründen, wie es unserem jeweiligen Gastgeber geht und ob es angemessen ist, seine Einladung anzunehmen oder nicht.

Wir haben bereits darüber berichtet, dass ein Teeverkäufer in einem kleinen Laden am Indischen Ozean, fernab von allen ausgetretenen Touristenpfaden als Bezahlung für zwei Becher Tee und Kekse kein Geld haben wollte, sondern uns stattdessen darum gebeten hat, ein Foto von ihm und duden zu machen.

Wir hätten ihm liebend gern den Tee bezahlt und ein Foto mit ihm gemacht, einfach weil er uns so nett und freundlich behandelt hat und weil er nicht versucht hat, uns übers Ohr zu hauen. Dennoch wurde uns schnell klar, dass es eine Beleidigung für ihn gewesen wäre, hätten wir uns weiterhin geweigert, den Tee unbezahlt zu lassen.

Der Mann wollte dieses Foto nicht für sich, er besitzt kein Handy, keinen Computer, nichts dergleichen. Er wollte einfach nur auf unserem Fotos sein, gemeinsam mit duden. Wir haben ihm gerne diesen Wunsch erfüllt und uns obendrein noch seine Adresse geben lassen (abfotografiert von einem amtlichen Ausweisdokument), so dass wir das Foto entwickeln und ihm zuschicken lassen können. Damit zeigen wir ihm auf eine Art und Weise Respekt und Dankbarkeit, die mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen ist.
Ist das jetzt ausnutzen? Ist das respektlos?

Natürlich bewegt es uns zu sehen, wie die Menschen hier leben und arbeiten. Welche weiten Strecken sie zurücklegen müssen, um zur Schule oder zur Arbeit zu kommen, wie wenig materielle Güter sie im Vergleich zu uns haben. Aber sind sie deswegen elend und arm???
Ist es nicht viel mehr vermessen von uns zu behaupten, diese Menschen leben in Armut und Elend, nur weil sie nicht das neuste Smartphone haben oder neue Nike Air Turnschuhe?

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Sind diese Frauen unglücklich und fühlen sich elend, weil sie auf Steinen sitzend Tee an Touristen verkaufen?

Klar sehen viele der Häuser hier für uns ärmlich aus und wir können es uns kaum vorstellen, wie man behaglich und zufrieden mit 8 oder mehr Personen in einer 15 qm² Palmblatthütte leben kann, aber ist es nicht vermessen zu behaupten, diese Menschen würden in Elend leben? Beinhaltet das Wort Elend nicht immer auch die Unterstellung, dass es diesen Menschen an essentiellen überlebenswichtigen Gütern mangelt? Essen, Trinkwasser, Kleidung (dem Klima angemessen), einem Dach über dem Kopf, Familie, Freunde?

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Sind die Menschen zu bemitleiden, die in diesen Palmblatthäusern leben? Die zwar Strom, aber kein fließend Wasser haben und abends auf Holzfeuern kochen?
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Und was ist mit den Menschen, die in diesen Zelten leben? Elend? Können wir nur anhand ihrer Behausung und mit unseren Maßstäben ein Urteil darüber abgeben, ob ihre Lebensweise lebenswert ist oder nicht? Ob sie glücklich sind oder nicht? Ginge es ihnen besser, wenn wir uns von ihnen abwenden, keine Begegnung mit ihnen zulassen und dadurch den Vorwurf des „Elendstourismus“ vermeiden? Würde eine Nichbeachtung ihrer Gastfreundschaft unsererseits sie glücklicher machen oder wäre so eine Art des Handelns ehrenhafter als der respektvolle Umgang mit einer Einladung zum Tee?

Natürlich ist es für uns Europäer befremdlich, wenn wir bei einer reichen Familie eingeladen sind und sehen, dass diese sich mit 6 Familienmitgliedern ein 150 qm² Haus teilen, während die Angestellten draußen vor der Türe schlafen.
Dennoch sollten wir uns kein Urteil hierüber erlauben und die Situation der Angestellten nicht als Elend bezeichnen, bevor wir nicht die Möglichkeit erhalten haben, uns mit ihnen darüber zu unterhalten. Vielleicht ist der Hausangestellte froh mit seiner Position und findet es in keinster Weise befremdlich oder beschähmend, im Freien zu schlafen.

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Ist es eine elende Situation, dass der Mann, der hier arbeitet, gleichzeitig auch hier lebt? Und jede Nacht in einem völlig offenen Raum schläft, ohne Fensterscheiben, ohne Türen, ohne Privatsphäre?

Armut und auch Elend ist ein sehr subjektiver Begriff und sollte immer in Relation zu den Lebensbedingungen des jeweiligen Landes und vor allem auch den Lebenserhaltungskosten gesehen werden. Dennoch wäre ich mit folgender Aussage sofort einverstanden und würde diese auch für Indien umgehend als zutreffend bezeichnen:

„Die wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung von kranken, alten und behinderten Menschen wird in den ländlich geprägten Regionen […] zunehmend schwieriger.“

Oops, bei dieser Aussage geht es ja gar nicht um sogenannte Elendsländer wie Indien oder Somalia, sondern dies ist eine Stellungsnahme der Caritas e.V zur medizinischen Versorgung ländlich geprägter Regionen in DEUTSCHLAND.

Ihr seht also, worauf ich hinaus möchte. Zumindest hoffe ich, mich verständlich gemacht zu haben.
Nur weil Menschen anders leben als wir, unter anderen Bedingungen, anderen kulturellen, religiösen und materiellen Gebräuchen, sind sie nicht automatisch elend und wir verbessern ihre Situation nicht automatisch dadurch, dass wir ihnen unüberlegt finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, zumal mit der Intension:

„Ach was sind schon 25 €? Das geb ich an einem Abend im Kino aus.“

Diese 25€ sind hier ein absolutes Vermögen und es verbessert die Situation von wirklich niemanden, wenn ich einmalig Dienstleistungen und Produkte mit völlig überzogenen ortsuntypischen Summen entlohnen und anschließend 14 Tage später wieder nach Hause fliege.

Die Frage ist ja auch immer, welche Wertigkeit ich einzelnen Dienstleistungen und Produkten beimesse, indem ich einfach überall wahllos völlig overcharged Preise akzeptiere.
Welche Achtung bringe ich der Arbeit eines Fischers entgegen, wenn ich ihm für ein einzelnes Foto von ihm beim Netzflicken so viel zahle, wie er sonst für einen ganzen Eimer frischen Fisch erhalten würde? Wobei die Summe für mich umgerechnet vielleicht noch nicht mal bei 3€ liegt.

Es ist und bleibt ein schwerer Spagat. Ich habe mir für mich persönlich als wichtigste Devise meiner Reisen vorgenommen, den Kulturen und Gebräuchen, denen ich begegne Respekt zu zollen und mich zunächst erst einmal auf sie einzulassen, um sie anschließend, nach einer äußerlichen und innerlichen Betrachtung verstehen und nachvollziehen zu können. Völlig wertfrei gelingt mir dies natürlich nicht, aber das Verständnis für andere Kulturen wird tiefer, wenn wir es wagen, die Dinge auch einmal aus einem anderem Blickwinkel zu betrachten.

Ich bin freundlich und respektvoll gegenüber jedem, dem ich auf meinen Reisen begegne, zumindest versuche ich dies. Merke ich aber, dass mein Gegenüber mir keinen Respekt zollt, mich als Melkkuh missbrauchen möchte, um sich persönlich zu bereichern, dann kann auch ich fuchsteufelswild werden und bis aufs Blut über 10 Ruppies für eine Tasse Chai diskutieren.
Erfreulicherweise haben wir bisher überwiegend positive Erfahrungen gemacht und immer dort, wo wir es angemessen und richtig fanden auch nicht mit Trinkgeldern gespart (natürlich ohne unangemessen hohe Summe zu verteilen).

Mir hat man noch nie vorgeworfen, ein „Elendstourist“ zu sein und ich habe auch keine Sorge Gefahr zu laufen, einer zu werden, aber mich hat dieser Kommentar dennoch wütend gemacht. Wütend deshalb, weil er Menschen verurteilt, die auf Reisen gehen, in Kultur eintauchen, sich den Gegebenheiten anpassen und somit ihren Anteil dazu beitragen, dass Menschen aus anderen Ländern und Völkern einander besser verstehen.

Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich hoffe, dass niemand kotzen muss, weil ich eine BENCH Fleecejacke mit auf diese Reise genommen habe. Ach nee, warte: Die ist ja schon knapp 15 Jahre alt, die habe ich mir damals von meinem Taschengeld gekauft, als BENCH teuer und in war. Komisch, dass ich diese teure Marken-Fleecejacke auch nach 15 Jahren noch tragen kann. Man könnte fast meinen, der Kauf von qualitativ hochwertigen Kleidungsstücken sei eine gute Investition. Blöd nur, dass gute Kleidung manchmal mit einem Labelnamen verknüpft ist und man diesen oft mit einer 20 -30 % höheren Produktgebühr (Einkaufswert) bezahlen muss.
Dumm gelaufen!!!!

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Autor: Froilein Lumi

Lumi - wie der finnische Schnee mit einem Gespür für verrückte Abenteuerurlaube, kulinarische Be- & Absonderheiten und einem Hang zu Reisen in die nördlichen Länder dieser Welt.

6 Kommentare zu „„Wenn ich seine Northface Jacke sehe könnt ich schon kotzen“ – alles eine Frage der Perspektive“

  1. Ich weiß garnicht was ich zu diesem Artikel sagen soll, außer: sehr inspirierend 🙂 Klingt dämlich, aber es bringt einen wirklich zum Nachdenken. Ich finde die Argumente sehr gut und habe diesen Artikel sehr gerne gelesen. Danke dafür.

    Ich werde diese Gedankengänge definitiv, wenn die Weltreise bei uns losgeht mitnehmen 😊

    Respekt ist wirklich das A und O.

    Gefällt 1 Person

  2. Du hast da ein krasses Thema aufgebracht und ich denke, dass es überhaupt nichts hilft, wenn ich viel Geld verdiene und es dann in arme Länder bringe.

    Es wird ja nicht genug Geld für alle sein, also wird irgendjemand reich beschenkt. Der hat dann alle anderen zum Feind UND kann gar nicht umgehen, mit diesem Geschenk. (Siehe Lottogewinner)

    Elendstourismus ist mies und man muss sich schon ordentlich benehmen. Ich zahle auch gern mehr, aber ich will nicht bestohlen werden. Auch ich muss für mein Geld arbeiten, auch wenn man es vielleicht nicht vergleichen kann. Trotzdem bekomme auch ich es nicht geschenkt und auch Reisen ist für mich ein privileg.

    Toller Artikel, vielen Dank. Ich werde ihn weiterteilen.
    Ich kenne euren Blog noch gar nicht und es rattert in meinem Kopf, ob ihr wirklich mit TukTuks fahrt? Ich bin gespannt.

    Liebe Grüße,
    Sandra (von alexandratogo – Namensvetter?:-))

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke dir. Es berührt mich wie viele Menschen auf respektvolle Art und Weise über meinen Artikel diskutieren.
      Und ja wir sind unterwegs, seit 14 Tagen (Nach knapp12 Monaten Planung) und wir werden jeden Tag um neue tolle und manchmal auch ernüchternde Erfahrungen reicher.

      Gefällt mir

  3. Ich habe Deinen Artikel mit großem Interesse gelesen. Er hat mich gepackt und gefesselt. Ich finde den auslösenden Kommentar genauso wichtig und richtig wie deine Argumentation. Auf meinem Blog habe ich mir auch schon so einige Male Gedanken darum gemacht. Unter vrschiedensten Aspekten. Stichworte „Begpacker“, „Bettler“ oder auch „Märkte und Handeln“. Doch du behandlest diese Thematik wieder ganz anders. Jetzt möchte ich auf Deinen so wichtigen Artikel verlinken und weiß noch nicht so recht, welcher meiner Artikel am besten dazu passt. 🙂
    Auf jeden Fall danke ich Dir für deinen Denkanstoß!
    LG
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

  4. hab mich sehr gefreut über deinen langen, ausführlichen kommentar, so ohne böse worte, ohne agressionen, ohne zu verurteilen.
    ich bin selber viel gereist, auch in den landschaften durch die ihr fahrt und noch kommen werdet. wer es versteht, die äussere reise mit der inneren in einheit zu bringen, hat das geschenk des reisenkönnens gut angenommen.
    wenn ich es schaffe, ohne abwertende, negativ kritisierende oder gar verurteilende sicht die vielfalt unserer welt zu erfahren, wenn ich es schaffe , mich selber immer wieder kritisch hinterfragen zu können, eröffnen sich doch möglichkeiten des positiven austauschs mit andern menschen.
    natürlich gibt es situationen, die mich sehr sehr nachdenklich stimmen, mich ärgerlich machen,
    korruption, arrogantes verhalten von einheimischen oder touristen, insbesondere neid von leuten, die gerne so reisen möchten wie ich und sich das nicht trauen……etc.
    so wie ihr reist, geht es doch um erfahrungen, nicht um „urlauben“.
    die gefährlichste weltanschauung haben die menschen, welche die welt nie angeschaut haben.
    a. v. humboldt
    dankbar das zu geniessen was mir gegeben ist und davon auch weiterzugeben ist mir ein grundsatz beim reisen geworden.
    weiterhin eine interessante fahrt, viele gute begegnungen und mögt ihr immer die gute lösung der kommenden probleme finden
    jörg

    Gefällt 1 Person

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