Guerillawerbung und Propaganda – #Kaffeeklatsch 3.0

Aber beschäftigen wir uns lieber mit der schönen und schillernden Seite der Werbung. Ein Plakat haben wir ja schon, sogar hübsch grün-gelb schillernd, ganz in den Farben unseres Logos. Das Logo hat übrigens Marcs entworfen – danke nochmal!

20171005_142250Und auch sonst haben wir jede Menge hübsche bunte Sachen, Visitenkarten beispielsweise und Aufkleber – danke an duden dafür!

Aber ein eingängiger Slogan oder gar ein Jingle, dass fehlt uns irgendwie noch, also falls jemand von euch kreativ und interessiert ist – immer her mit den Vorschlägen ;).

wp-image-776276824jpeg.jpegWorauf ich bei dieser Kaffeepause – ja klar trinke ich wieder einen Kaffee während ich das hier schreibe, leckeren schwarzen äh… ne grünen (mhm wohl zu viel Sinnlos im Weltraum geschaut) Kaffee – also worauf ich hinaus möchte ist Mundpropaganda.

PROPAGANDA, das Wort klingt fast so verboten obszön wie WERBUNG. Interessant wie Wörter, mit denen man für gewöhnlich erst einmal eher negative Gedanken assoziiert, also bei Werbung zum Beispiel Konsumsucht, materielle Geltung, Verkauf oder bei Propaganda Unterdrückung, Regime, Verletzung der Menschenrechte, Tü… ah ne das lass ich jetzt mal lieber.

Also Werbung und Mundpropaganda zwei Begriffe denen ich der Vergangenheit nicht so furchtbar viel abgewinnen konnte, die mich inzwischen aber fast täglich begleiten und wie ein liebgewonnener etwas in die Jahre gekommener Schal auf meinen Schultern lasten.

Werbung

Mundpropaganda

Egal wo ich bin, egal was ich mache überall sind sie dabei, die kleinen putzigen Visitenkarten und die vielen großen und kleinen Geschichten, die sich um die „Keks-tour“ drehen. Ist aber auch irgendwie logisch, oder? Ich mein erstens freue ich mich wie ein Keks auf die Tour und zweitens dreht sich nun mal mindestens 1/3 meines Alltags um die Planung und Vorbereitung.

So nämlich auch meine Wohnungssituation. Ich liebe meine Wohnung, echt.

„My flat is my castle“.

Sie ist hübsch, sie ist hell, sie ist behaglich, sie ist groß, sie ist mitten in der Innenstadt, sie ist ruhig, sie ist sexy und sie hat eine 40 qm² Dachterrasse mit ganz vielen Pflanzen.

Ihr seht ich liebe mein Zuhause wirklich. Denn das ist sie geworden. Mein Zuhause. Der Platz wo ich mich wohlfühle, wo egal ist wie ich aussehe, ob und was ich anhabe, wo ich laut Musik höre, mitsinge und mich sogar an ein paar Tanzschritten versuche. Mein Zuhause eben und aus genau diesem Grund stand es von Anfang an außer Frage, dass ich mein Zuhause aufgeben würde um auf Weltreise zu gehen. Ne, dass geht echt nicht und da ich eine wirklich liebe und nette Vermieterin habe und noch dazu in einer Studentenstadt lebe, habe ich beschlossen mein geliebtes Zuhause voll möbliert zur Zwischenmiete anzubieten.

Jetzt ist es natürlich nur so, dass vor allem ERSTSEMESTER eine neue Wohnung, noch dazu möbliert suchen und ganz ehrlich ERSTSEMESTER ist echt so ein Wort, dass jedem der kein ERSTSEMESTER mehr ist, erstmal kalte Schauer über den Rücken laufen lässt und irgenwie ANGST macht – zumindest in Verbindung mit der eigenen Wohnung. Das sind Sie nämlich wirklich, beängstigend. Feiern, Faulenzen und Fxxx…Fluchen. Das sind die drei große FFF`s der ERSTSEMESTER und eben zwei von ihnen soll ich nun für die nächsten 12 Monate in meine behagliche 3 Zimmer-Küche-Bad-Welt lassen.

Ich bin ehrlich, dieser Schritt ist mir nicht leicht gefallen, aber ich kann mein Zuhause eben auch nicht aufgeben und möchte einen Ort haben an den ich zurückkehren kann. Daher suche ich aktuell zwei Wohnungskeeper und führe fast täglich 4 bis 5 Bewerbungsgespräche. Bei diesen Gesprächen versuche ich natürlich möglichst viel über meine potenziellen Mitmieter herauszufinden und sie natürlich wiederum auch über mich. Schließlich will man ja wissen in wessen Wohnung man da einzieht und warum diese überhaupt frei wird.

Tja und immer dann wenn das Thema auf das „Warum ziehst du eigentlich aus? Was machst du in deinem Sabbatjahr?“ kommt, dann schlägt die große Stunde und die Propagandamaschine in meinem Kopf rattert los. Ich glaube so viele Visitenkarten wie in den letzten 2 Wochen habe ich, seit ich mich für das Projekt entschieden habe, noch nicht verteilt. Langsam aber sicher bin ich fast so gut darin wie duden das Thema TukTuk to go galant in die Unterhaltung einzustreuen und im gleichen Atemzug, wie eine gut geölte Maschine eine meiner Visitenkarten zu zücken.

So macht die Mitmietersuche gleich viel mehr Spaß und ich finde dabei auch noch die Zeit mich für dieses Projekt einzusetzen, dass mir aus vielen verschiedenen Gründen doch sehr ans Herz gewachsen ist. War es zu Beginn vor allem die Abenteuerlust die mich an der Idee, mit einem TukTuk von Indien nach Deutschland zu fahren, fasziniert hat, so bedeutet mir das ganze Unterfangen inzwischen doch sehr viel mehr. Ich möchte es dafür nutzen unsere Welt wieder etwas enger zusammenrücken zu lassen – Völkerverständigung, kultureller Austausch, Solidarität mit unseren Mitmenschen auf diesem Planeten, dazu möchte ich meinen kleinen aber feinen Beitrag leisten und zwar gemeinsam mit meinen Teamkollegen, zwei TukTuks und einer völlig verrückten Idee =)

Mhm nun ist diese Kaffeepause doch etwas lang geworden – mal schauen, ob ich den Beitrag gleich unter Kaffeeklatsch mit Froilein Lumi oder doch lieber im allgemeinen Teil des Blogs poste.

Wie auch immer ich mache mich jetzt mal zurück an die Arbeit, denn gleich kommen schon die nächsten obdachlosen Studenten, auf der Suche nach einer Bleibe.

Ps: Da ich meine Wohnung generell sehr gern mit anderen teile und viele Airbnb-Gäste habe, mache ich natürlich auch dort ausgiebig Werbung für unser Projekt. Falls du also vielleicht schon bei mir am Esszimmertisch gesessen hast und so deinen Weg zu unserem Blog gefunden hast, freue ich mich dich hier begrüßen zu können und wer weiss, vielleicht sehen wir uns ja auf der Tour wieder.

 

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TukTuks mit Winterreifen?

Braucht ein TukTuk, um zwischen November und Mai durch Slowenien zu fahren, Winterreifen mit mindestens vier Millimetern Profiltiefe? Solche und ähnlich abstruse Fragen habe ich die letzten Tage gewälzt. Meine Challenge? Zollbestimmungen, notwendige Papiere und erforderliche Ausstattung für unsere TukTuks zu recherchieren.

Selbstverständlich gibt es für TukTuks in den meisten Ländern, die wir zu durchfahren planen, überhaupt gar keine speziellen Vorschriften. Meist wird bei den nationalen Bestimmungen lediglich zwischen Autos und Motorrädern, maximal noch LKWs differenziert. Also finde ich mal, dass wir versuchen die Vorschriften für PKW einzuhalten und den Rest in Gottes, bzw. des Zöllners Hand legen. Winterreifen gibt es nun mal keine für TukTuks, also versuchen wir ersatzweise wenigstens die vorgeschriebene Profiltiefe einzuhalten. Viele Überlegungen enden in Kompromissen, und wir können nur hoffen, dass denkende Grenzbeamte zu den gleichen oder ähnlichen Ergebnissen gelangen wie wir.

Feuerlöscher? Check! Zwei Warndreiecke? Check! Grüne Versicherungskarte? Check! Und so wird die Liste hoffentlich kleiner und kleiner, bis sie irgendwann Mitte Januar bei null angekommen ist und es losgehen kann.

Ach so, und bei dieser Arbeit kann ich das erste Mal in meinem Leben nachvollziehen, wieso Excel Tabellen potentiell derart riesig sind. MS-Office? Check!

 

Visuelle Kollaborations-tools #Kaffeeklatsch 1.0

Impressionen zur Planung der Tour

Uff, mir schwirrt echt der Kopf, wenn man vor hat für knapp ein Jahr ins Ausland zu gehen muss man echt viel vorbereiten und beachten. Denn auch wenn unsere Tour „nur“ 3 Monate dauern wird, so werde ich kurz nach unserer Ankunft in Deutschland weiterreisen, zunächst soll es nach Kanada gehen und dann mal schauen wo der Wind mich hintreibt. Eine Heimkehr ist auf jeden Fall erst wieder für Novermber/Dezember nächsten Jahres geplant.

Aus diesem Grund und weil die TukTuk Tour an sich bereits ein planungs- und vorbereitungsintensives Projekt ist, schwirrt mir nun also derKopf vor lauter Dingen die ich bedenken muss und auf keinen Fall verpassen darf.

To do Listen sind da natürlich eine prima Sache, aber irgendwie nicht meine Welt, spätestens nach einer Woche habe ich sie verlegt, mein Kater hat versucht sie zu fressen oder ich habe Tee drüber geschüttet. Schöner Mist. Was nun?

„Benutz doch einfach mal Trello“

– sagt da ein guter Freund zu mir und in meinem Kopf höre ich zeitgleich die Stimme des kleinen Bären, der zum kleinen Tiger sagt:

„Sag doch einfach mal Boullion“

– so nach dem Motto: höre auf dich selbst zu stressen und benutz halt das Tool, dass offensichtlich perfekt dafür geeignet ist.

*hust* *hust* an Trello hatte ich tatsächlich noch nicht gedacht, aber recht hat er irgendwie. Also gut, schnell noch den Tee ausgeschlürft, auf dem karmesinroten Sofa zurechtgerückt, Smartphone gezückt und schon wird ein Trelloboard für TukTuk to go eingerichtet.

Dass ich meinen Kumpel jetzt zunächst erstmal völlig ignoriere, nachdem er mir diesen genialen Tipp gegeben hat, tut mir zwar etwas leid, aber langsam brauche ich mal wieder Struktur und Ordnung in meinem Kopf.

Trello

So fertig ist mein Trelloboard. Nett sieht es aus mit unterschiedlichen Farben und einem personalisiertem Hintergrund.

Sogar bei der Erstellung virtueller To-do-Listen schaffe ich es zu prokrastinieren und beschäftige mich ausgiebig mit der Layoutgestaltung. Aber egal. Das Ding ist fertig und hat überraschend viele Unterkategorien, die zu meiner Freude schon mit unerwartet vielen Infos versehen sind. Die Planung erscheint mir jetzt, so visualisiert, doch fortgeschrittener zu sein als ich vermutet habe.

Da wäre eine erste private Packliste. Diese ist noch ziemlich lang, also völlig utopisch. Dabei sind hier nur Sachen aufgeführt, die ich für meinen individuellen Bedarf „brauche“.  Also nichts von all dem, was auf der „Gemeinschafts“-Packliste steht.
Dann natürlich die Where & When – Liste der erforderlichen Visa (ein dickes dankeschön an Marcus).
Eine Liste mit allen wichtigen Dokumenten die ich benötige (Pass, Internationaler Führerschein, Impfausweis etc.).
Eine Liste mit meinem Technikequipment.
Eine Liste mit Reiseführern die ich mit nehmen will und sicherlich nicht mitnehmen kann, weil viel zu schwer und unhandlich und für einige Länder gibt es wahrscheinlich noch nicht mal welche. Bei Pakistan suche ich zum Beispiel vergeblich.

Tja was gibt mein Trelloboard bisher sonst noch so an Listen und Karten her? Da wäre noch eine Liste mit „Gesundheit“, hier geht`s um alle Impfungen und solche Dinge wie meine Reisekrankenversicherung.

Ich bin mir sicher das Board wir eifrig weiter wachsen, vor allem wenn Marcus und duden demnächst noch Einträge vornehmen. Ist schon ein sehr praktisches Werkzeug so ein visuelles Kollaborationstool und das Beste daran, mein Kater kann es nicht fressen 😉


Ich glaube das war es soweit….. mein Tee ist auch schon wieder leer. Von daher bis zum nächsten Tee, äh Kaffeeklatsch mit Froilein Lumi

Berlin – Berlin – wir waren in Berlin

Es ist geschafft und ein wenig sind auch wir „geschafft“. Unser zweites Planungstreffen liegt hinter uns und wir haben viel erledigt, viel gelacht, viel gegessen und viel geplant.

Wir möchten uns hier noch einmal recht herzlich beim Tiki Heart Café, Meyan und Winterfeldt Schokoladen bedanken, die uns jeweils mehrere Stunden lang ein zweites Zuhause waren und uns mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten, kühlen und heißen Getränken und vor allem W-Lan versorgt haben.
Es war aber auch Schiedwetter in Berlin!!!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Berlin,

Lumi, duden & Marcus

dankeschön an die Cafes

TukTuk to go gefällt ❤️

Wow, seit heute haben wir über 100 Likes auf unsere Facebookseite. Vielen lieben Dank dafür!
Unsere Abreise rückt langsam näher und unsere Community wächst 😊
 
Wir sind auch fleißig am vorbereiten und treffen uns morgen mit dem gesamten Team in Berlin, unter anderem um unser erstes Visa in der zuständigen Botschaft zu beantragen.
 
In knapp 3 Wochen berichten wir dann auch das erste Mal direkt aus Indien, da wir in Chennai sein werden um unsere TukTuks zu kaufen.
 
Also noch mal vielen lieben Dank für euer Interesse und bis bald,
euer TukTuk to go Team 🌏
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Wir haben einen Mitfahrer verloren

Froilein Lumi muss sich da mal was von der Seele reden

„Wir haben einen Mitfahrer verloren“ – vor diesem Satz haben wahrscheinlich alle unsere Freunde, unsere Eltern und unsere Geschwister die meiste Angst und ja genau das ist gerade passiert.

Unser jüngster und zuletzt hinzugekommener Mitfahrer hat sich entschieden seine Teilnahme an der Tour zurückzuziehen. Aber Warum? Weil ihm plötzlich das nötige Geld und die Zeit fehlt? Weil er plötzlich kein Interesse mehr an der Reise selbst, den Ländern durch die wir reisen und an den kulturellen Erfahrungen und Erlebnissen hat? Nein, das ist nicht der Grund. Der Grund ist einfach, irgendwie nachvollziehbar, aber auch ein Sinnbild dafür was aktuell in unserer Gesellschaft schief läuft und dabei gleichzeitig für mich umso mehr der GRUND warum ICH mitfahre.

Angst 2

Angst, Unsicherheit und Zweifel – das Problem mit den Daheimgebliebenen

Unser Teamkollege hat sich entschieden seinen Eltern bereits vorab von der Tour zu erzählen und dies hat natürlich für viel Wirbel gesorgt.
Es gibt wohl kaum ein Elternteil auf der Welt, dass begeistert zustimmt wenn ihr Sohn oder ihre Tochter von einer 15000 km langen Reise erzählt die ihn oder sie durch mehr als ein Dutzend Länder führt. So in etwa ging es auch seinen Eltern und nach vielen langen und sicherlich emotional aufwühlenden Gesprächen, hat er sich entschieden nicht mit auf die Reise zukommen.

Das Unterfangen findet er immer noch spannend und einmalig, aber er selbst ist inzwischen nicht mehr überzeugt von der Sicherheit einiger Länder durch die wir fahren und kann dies weder mit sich noch mit seinen Eltern vereinbaren.

Ich kann diese Entscheidung verstehen, in gewisser Weise sogar nachvollziehen und bin dankbar, dafür das er dieses Thema von Anfang an offen und ehrlich mit uns kommuniziert hat, so dass seine Entscheidung für mich letzten Endes nicht mehr überraschend kam.
Ich bin traurig darüber einen Menschen für diese Tour verloren zu haben, der eine große Bereicherung unseres Teams gewesen ist, aber ich möchte seine Beweggründe auch nicht kleinreden. Die Entscheidung fiel ihm sicher nicht leicht und wurde auch bestimmt nicht leichtfertig getroffen.

Dennoch Gefahren lauern überall…

Dieser Beitrag soll daher auch nicht das Ziel haben irgendjemanden zu diffamieren. Das Ausscheiden eines unserer Mitfahrer aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Reisesicherheit von Ländern wie zum Beispiel dem Iran oder Pakistan ist einerseits traurig und anderseits ein Sinnbild unserer Zeit.
Gedanken und Ängste dieser Art tragen, so leid es mir tut, auf die ein oder andere Weise ihren Teil dazu bei, dass Menschen wie Donald Trump darin bestärkt werden ganze Volksgruppen unter einen Generalverdacht bezüglich Terror, Anarchie und Kriminalität zu stellen.

Den letztlich war es die Angst davor, dass Krieg und Terror uns im mittleren Osten begegnen könnte, die zu dem Ausscheiden aus dem Projekt geführt haben.
Ich möchte unsere Reise nicht verharmlosen und behaupten „TukTuk to go“ wäre eine Kaffeefahrt auf die ich ohne Weiteres meine 99 jährige Omi mitnehmen würde (wobei sie das bestimmt spannend fände), aber Gefahren jedweder Art und insbesondere der Terror kann uns überall auf der Welt erreichen.

Ich habe Familie in Berlin, Paris, Nizza und London und ich hatte in den letzten Monaten natürlich immer wieder Schreckmomente, wenn ich von Anschlägen in diesen Städten gehört habe und habe mich schnellstmöglich vergewissert, ob es allen meinen Lieben gut geht.
Meine Schwester war nur einen Tag bevor der LKW in die Menschenmenge des Berliner Weihnachtsmarktes gefahren ist, genau dort, an dieser Stelle, mit ihren Kindern und ihrem Mann. Es hätte so viel passieren können und dennoch verlässt sie nach wie vor das Haus und nimmt am täglichen Leben ihrer Stadt teil.
Warum auch nicht?
Meine Verwandten und Freunde in London sagen „Wir lassen uns nicht einschüchtern“ und das obwohl ihre Stadt in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Terroranschlägen wurde.

Worauf ich hinaus möchte ist folgendes, ich glaube es ist inzwischen nirgendwo auf der Welt wirklich sicher, Gefahren lauern überall und so blöd der Spruch auch klingen mag, es stimmt wenn jemand sagt: „Du könntest morgen auf dem Weg zur Arbeit von einem Bus überrollt werden.“.

Abbau von Vorurteilen und Ängsten durch Völkerverständigung…

Ich habe erst vor wenigen Wochen eine Iranerin kennengelernt. Eine unglaublich freundliche, liberale und moderne Frau, die die letzten 30 Jahre ihres Lebens im Iran verbracht hat. Natürlich ist sie nicht glücklich mit allem was in ihrem Land passiert.

Überraschung – Ich bin auch nicht glücklich mit dem Ausgang der letzten Bundestagswahl und dem sich langsam abzeichnenden Rechtsruck in Europa. Aber genauso wie nicht alle Menschen in Deutschland Nazis sind, so sind eben auch nicht alle Menschen außerhalb der westlichen Länder Fanatiker und Terroristen (die gibt es überall – denn Idiotie und Fanatismus macht vor Ländergrenzen keinen Halt).

Wir reisen weder durch Kriegs- noch durch Krisengebiete. Unsere Reise wird uns durch viele Länder führen deren Kultur sich völlig von der unseren unterscheidet und wir werden durch Länder kommen mit deren Staats- oder Rechtssystem wir nicht immer konform gehen. Dennoch wollen wir diese Reise nicht dazu nutzen um mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen, sondern wir wollen die Menschen und die Kultur, das Land und seine Geschichte hautnah kennenlernen und über unsere Erfahrungen berichten. Mein persönliches Ziel für diese Reise liegt darin begründet Ängste und Vorurteile abzubauen.
Ich finde es traurig, wenn wir aus Unwissenheit und aus der Ferne ganze Länder unter Generalverdacht stellen, Vorurteile schüren und damit ungewollt Menschen in die Hände spielen, die sich auf Podeste stellen und von Überfremdung und einem Verfall der abendländischen Leitkultur predigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

alle wollen mit …

Neben dem, das ich mir nach meiner letzten großen Reise jetzt wieder eine neue Wohnung suchen und einrichten muss, ist es gar nicht so einfach einen Blog zu führen, doch der Plan für die Tuktuk-Tour steht unverrückbar.

Es ist schon faszinierend, welche Faszination unser Plan bei anderen Leuten auslöst und wie viele gerne daran teilhaben wollen. Erst vor wenigen Tagen stand ich in Karlsruhe an einer Bushaltestelle und erzählte einem Bekannten von dem Plan mit dem Tuktuk knapp 10.000 km zu fahren.
Ich merkte schon während ich rede, wie der Mann vor mir plötzlich aufmerksam und hellhörig wurde. Kaum erwähnte ich Sri Lanka drehte er sich um.

„Ich komme aus Sri Lanka! Wollen sie wirklich mit einem Tuktuk hier her fahren?“

Er ist begeistert von der Idee und vor lauter Reden lasse ich meine Bahn einfach fahren. Erst die nächste nehme ich, so interessant und anregend war das Gespräch mit ihm. Im Zug erzähle ich dann meinem Bekannten weiter von unseren Plänen. Es dauert keine 5 Minuten, das klinkt sich der Herr, der neben uns sitzt mit in das Gespräch ein.

„Also wenn ich 10 Jahre jünger würde, würde ich sofort mitfahren!“

Diese Reaktionen passieren mir in letzter Zeit laufend, viele wollen mitfahren, also ob sie keine Angst vor der Strecke hätten. Bei meiner Afrikareise war das vor einem Jahr noch ganz anders. Damals habe ich händeringend Leute gesucht, die von vorneherein Lust gehabt hätten mitzufahren, doch zeit hatte da plötzlich keiner und viele haben mir sogar abgeraten diese Tour zu machen.
„Afrika, der Schwarze Kontinent ist gefährlich“
„Gib bloß auch auf dich, da hört man so viele schlimme Dinge“
„Da wird man so leicht ausgeraubt!“

Dabei ist die Tour jetzt in meinen Augen viel gefährlicher als jene, die ich zuvor durch Afrika gereist bin. In Afrika konnte ich Krisengebiete wie Nigeria o.ä. einfach überfliegen, mit dem Tuktuk geht das nicht, hier müssen wir vorrausichtlich durch mindestens eines oder mehrere Krisengebiete durch, keine Kriegsgebiete, aber Gebiete, welche für ihre unsichere Lage bekannt sind, wie z.B. die pakistanisch/iranische Grenze, oder vorbei an der Republik Bergkarabach und der dannach folgende Routenteil hängt fast vollständig von der politischen Lage in der Türkei ab.

Dennoch gibt es viele, die mir sagen:

„Das ist cool! Drei Monate bekomme ich aber keinen Urlaub,vlt. kann ich mal 2 Wochen mitfahren?“

Ich bin gespannt wie am Ende die Mannschaft aussehen wird, denn es gab immer wieder schon Leute, die sich um meinen Beifahrerplatz im Tuktuk quasi beworben haben. Ich habe zwischen durch schon mal mit dem Gedanken gespielt, ihn meistbietend zu versteigern um damit unsere Reise zu refinanzieren…

Ich ca. 1,5 Montan war ich in Marokko, hier war ich mit drei Leuten meines Alters unterwegs. Es hat viel Spaß gemacht mit den dreien eine Woche unterwegs zu sein und ich hatte die Chance ergriffen und bei einem von den dreien einen kleinen Surfkurs gemacht. Mit in dem Team war auch ein Mädel, dass auch unbedingt mit wollte auf unsere Tour im Tuktuk. Sie war gechilled und ließ sich etwas von einem Kulturschock nicht anmerken. Deshalb sagte ich ihr zunächst zu, doch nach zwei Tagen stellte sich raus, dass sie wohl eher zu gechilled ist – die Gruppe musste fast immer auf sie warten, sie verlor ständig irgend Etwas irgendwo und als ich mit ihr in Marrakesch war, verbrachte sie ¾ der Zeit damit etwas zum Rauchen zu finden.
Ich beschloss, dass mir für unsere Gruppe das Risiko zu hoch ist und sagte ihr schließlich wieder ab. Schade, war sie doch eigentlich eine sehr sympathische Frau, doch meine Entscheidung bestätigte sich am Flughafen schließlich, als ich schon im Flieger saß und sie alleine verwirrt über das Rollfeld vor dem Terminal laufen sah, scheinbar hatte sie sich auf dem Fußweg zu ihrem Flugzeug wohl verlaufen…

Das Treffen mit Pue gestaltete sich indes auch als nicht ganz so einfach. Eigentlich wollte er seit Mitte Januar in Berlin sein, doch irgendwas verhinderte das bei ihm. Ihn wollten wir eigentlich anheuern für uns schon mal Ausschau nach den Tuktuks zu halten, damit wir Ende des Jahres nur noch hin müssen um technisch alles zu klären. Es wird also nie langweilig bei der Mission Tuktuk to go!

Immerhin die Werbung klappt, so haben wir jetzt schon mal das wichtigste für so eine Reise:

Visitenkarten mit unserer Websiteadresse und eine Facebookseite für unser Vorhaben.

Da steht der Reise doch eigentlich nichts mehr im weg…

Visitenkarten mit der Adresse, das wichtigste für so ein Projekt