Positive Berichterstattung – TukTuk to go ist eben mehr als „nur“ ein Abenteuer

Flüchtlingsströme, Krieg, Jugendliche die einen Obdachlosen anzünden, Naturkatastrophen, Unfälle, Amokläufe… 

…egal ob ich die Zeitung aufschlage (ja ich lese tatsächlich noch Printmedien), durch meine diversen Medienapps scrolle oder mir am Ende des Abends die Tagesthemen anschaue, überall begegnen mir Schrecken

„Die Menschen sind heutzutage nicht schlechter, als sie früher waren. Nur die Berichterstattung über ihre Taten ist gründlicher geworden.“ William Faulkner

In unserer heutigen Gesellschaft, in der Nachrichten auf so viele unterschiedliche Arten und Weisen verbreitet und konsumiert werden, ist es schwer in der täglichen Berichterstattung eine gut dosierte Mischung aus positiven und negativen Nachrichten zu erreichen und fast könnte man meinen die Menschheit würde sich stetig nur zum Schlechten hin entwickeln.

Aber dennoch gibt es SIE, die kleinen und großen positiven Geschichten unseres Alltags. Berichte darüber wie Menschen zueinander halten und für einander einstehen. Aber leider sind auch diese Geschichten oftmals erst vor einem negativen Hintergrund entstanden, wie zum Beispiel die Geschichte des Imam Mohammed Mahmoud, der einen mutmaßlichen Attentäter vor einer wütenden Menschenmenge beschützt hat, oder die Geschichte von Steve dem Held von Manchester.

Auf der Suche nach Partnern zur Berichterstattung

„Das Problem der Zeitungsberichterstattung liegt darin, dass das Normale uninteressant ist.“ Saul Bellow

Normal und alltäglich ist unsere TukTuk Tour nicht, das ist auch gut so, denn ein wenig lockt uns ja auch die Abenteuerlust. Je mehr wir uns aber mit der Tour auseinandersetzen, je häufiger wir mit anderen Menschen darüber sprechen, desto deutlich wird, wie wenig Wissen die Menschen um uns herum über Länder wie Indien, Pakistan, den Iran, aber auch Aserbaidschan, Montenegro oder den Kosovo haben. Meist werden die Namen dieser Länder unmittelbar mit negativen Gedanken assoziert und bruchstückhafte Erinnerungsfetzen aus den letzten 20 Jahren medialer Berichterstattung zu diesem oder jenem Land aus dem Gedächtnis hervorgeholt. Zum Beispiel zum Kosovo:

„Kosovo? Kosovo – da war doch ein Bügerkrieg, oder? Tobt da nicht immer noch ein Krieg? Da wollt ihr hin?“

Manchmal werden auch einfach völlig abstruse Behauptungen aufgestellt:

„Was um himmelswillen willst du in PAKISTAN? Da werden Leute auf der offenen Straße erschoßen. Jeden Tag! Überall!“

Fakt ist, dass viele Länder durch die wir Reisen zunehmend mit negativen Erinnerungen, Informationsfetzen und Emotionen verknüpft werden.
Der Grund dafür ist recht simpel und lässt sich entwicklungspsychologisch erklären. Die Aufnahme von neuen Informationen in unser Langzeitgedächtnis steht in einem direkten Zusammenhang mit den Emotionen, die als Begleiterscheinung zu der Information durchlebt werden. Negative Nachrichten die uns schockieren oder aufwühlen fördern eine vermehrte Produktion von Stresshormonen, diese wiederum ermöglichen die Produktion von zusätzlicher Glukose (Energieträger des Gehirns) und signalisieren unserem Gehirn das gerade etwas bedeutsames geschieht bzw. gedanklich verarbeitet wird.

Kurz gesagt – Informationen die heftige Emotionen auslösen, werden vom Gehirn schneller und deutlicher abgespeichert.

Schlimm? Na ja sagen wir mal so, früher war das sicherlich aus evolutionärer Sicht sehr sinnvoll, aber in einem Zeitalter in dem Burnout und Depression zu Volkskrankheiten geworden sind, wäre es doch auch schön wenn wir uns ein paar mehr positive Geschichten ins Gedächtnis rufen könnten, oder?

Genial wie unser Organismus ist, gibt es auch hierfür eine Art Lösung. Tatsächlich spielt nämlich der Aspekt des Unerwarteten ebenfalls eine primäre Rolle bei der Informationsverarbeitung und den Speichervorgängen im Gedächtnis.

„An Unerwartetes, ganz gleich ob negativ oder positiv, können wir uns leichter und detaillierter erinnern“

Nun frage ich, was gibt es Unerwarteteres als junge Menschen die gemeinsam in 2 TukTuks den langen Weg vom Süden Indien durch den mittleren Osten und Osteuropa antreten, vorbei an (vermeintlichen) Kriegs- und Krisengebieten? Wenn diese jungen Menschen dann auch noch über ihre positiven Erlebnisse berichten, sich über kulturelle Erfahrungen austauschen und eine für viele völlig neue Seite des Irans oder Kosovos zeigen, dann bleiben auch diese Informationen hoffentlich lange im Gedächtnis.

Wir wollen und werden natürlich keine geschönten oder rein positiven Beiträge verfassen, aber wir erhoffen uns viele tolle Begegnungen auf unserer Reise und möchten über diese genauso berichten wie auch über technische Pannen, staatliche Willkür und verstörende Einblicke.

Die Verbreitung positiver, fröhlicher, ermutigender oder nachdenklich stimmender Geschichten

Das ist ein Teil unserer Mission – auch wir wollen aufrütteln, Emotionen hervorrufen, eine neue Sichtweise auf Länder, Menschen und Kulturen prägen – dabei ist es uns wichtig objektiv zu berichten und möglichst viele Menschen zu erreichen. Aus diesem Grund stehen wir auch aktuell mit verschiedenen Medienvertretern in Kontakt und hoffen somit die Reichweite unserer Berichterstattung zu vergrößern und allen Daheimgebliebenen einen authentischen Eindruck des südöstlichen Teils unserer Erde geben zu können.

Derzeit haben wir bereits Zusagen für eine Zusammenarbeit mit der Landesschau des SWR-Fernsehen, der Rhein-Pfalz, dem Schwarzwaldkurier und der LA-Uni. Mit einigen anderen stehen wir in Kontakt, warten auf Antwort oder bereiten unsere Anfragen vor.

Falls ihr Lust habt über uns zu berichten, oder jemanden kennt der aus der Medienbranche kommt, dann schreibt uns doch bitte einfach unter tuktuktogo@gmx.de oder kontaktiert uns auf Facebook. Wir freuen uns darauf unseren Teil dazu beizutragen ein paar mehr unerwartet positive Nachrichten in die Welt zu bringen.

„TukTuk to go – für ein mehr an unerwartet positiven Nachrichten“ Froilein Lumi

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TukTuk to go – Abenteuer oder Fulltimejob? #Kaffeeklatsch 2.0

Mhm, lasst mich kurz nachdenken. Irgendwie ist die „Keks-tour“, wie unser Projekt von einer meiner Freundinnen liebevoll genannt wird, ein wenig von beiden. Wobei ne falsch. Besser formuliert: Die Keks-tour ist zu 100% Abenteuer und zu weiteren 50% echte Arbeit. Zumindest was die Vorbereitung betrifft, gibt es echt viel zu tun, zu organisieren und zu beschaffen. Nicht nur wenn es darum geht, dass wir für uns und für die Reise an sich planen müssten. Das allein ist schon ein recht ansehnlicher Berg, nein was ich mit „Arbeit“ meine betrifft all die Vorbereitungen und organisatorischen Aufgaben rund um die Vermarktung des Projekts. Ja, Vermarktung, ich weiss nicht wie ich es anders bezeichnen soll, schließlich hoffen wir einen Teil der Kosten unseres Projekts durch Sponsoren refinanzieren zu können.

Da kommt es schnell mal vor das man lange E-mails an Pressevertreter schreibt, Besprechungen mit Sponsoren hat, Vorträge hält und im Zuge dessen eben auch durch den Baumarkt flitzt und Material zum Bau von Stellwänden kauft =).

Apropo Baumärkte, als Schreinerstocher liebe ich den Geruch von frisch geschnittenem Holz, Leim und Lacken. Ich fühle mich also schon persé sehr heimelig und wohlig, wenn ich die Holzabteilung eines Baumarktes betrete. Wenn man dann auch noch mit duden unterwegs ist, artet das ganz zu einer Art Ausflug in einen Vergnügungspark aus 🎠. Dann sitzt man nämlich plötzlich vorne auf der Ladefläche des Transportwagens streckt die Hand gen Himmel und ruft frenetisch in bester Buzz Lightyear Manier 🤣.

„Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter – mit TukTuk to go“.

Bei einem solchen Verhalten wird man natürlich schnell schräg angeschaut, aber interessanter Weise verkehren die Reaktionen der meisten Menschen sich sofort ins positive um, wenn man sie einfach lieb anlächelt.

Memo an mich selbst: Erkenntnis des Baumarktbesuches – so lange du lächelst wird deine Verrücktheit als Spleen angesehen und nicht als Geisteskrankheit.
Der Vorteil eines Spleens besteht darin, dass dieser im Gegensatz zu einer Geisteskrankheit gesellschaftlich akzeptierter ist, man aber trotzdem fast völlige Narrenfreiheit hat.

Aber genug abgeschweift – jetzt muss ich wieder an die Arbeit und diesmal nicht für die Keks-tour sondern für meine richtige Arbeit. Der Kaffee ist auch schon wieder leer, von daher Ciao mit Kakao.

 

Lokal, sozial, effektiv? – Hilfsprojekte entlang unserer Route

Wie war das nochmal? Saisonal vor regional und regional vor biologisch – so irgendwie war doch der Leitsatz wenn es um den Nachhaltigkeitsstatus von ökologisch produzierten Lebensmitteln ging, oder? Na egal. Hier geht es nicht um biologisch angebaute Nahrungsmittel, sondern um soziale Projekte, Hilfsorganisationen, Spendengeldern und deren nachhaltige Wirksamkeit.

„6,73 Mrd. Euro Geldspenden in Deutschland , davon 117 Mio. Euro für die Flüchtlingshilfe und 116 Mio. Euro für die Erdbebenhilfe in Nepal. 

Eine erfreuliche Bilanz und eine gewaltige Zahl. 6,73 Milliarden Euro wurden allein im Jahr 2015 in Deutschland an Spendengeldern gesammelt und an Projekte, Stiftungen und Organisationen in der ganzen Welt weitergereicht, so die Bilanz des DZI.

Es ist schön zu sehen, dass die Welt zusammenrückt, dass es Solidarität, Mitgefühl und Hilfeleistung gibt, nicht nur für Projekt im eigenen Land, sondern eben auch Länder und Grenzen übergreifend.

Auch wir von TukTuk to go wollen unseren Beitrag dazu leisten die Welt ein klein wenig besser zu machen, dabei helfen Ungleichheiten auszuparieren und Nöte zu lindern.

Die Qual der Wahl – Wen, Was, Wo, Wie fördern und unterstützen?

Das haben wir uns auch gefragt, da es Hilfsprojekte, gute wie schlechte, effektive wie ineffektive, kurze- und langfristige, wie Sand am Meer zu geben scheint. Für wen, beziehungsweise für welches Projekt soll man sich da entscheiden und in welchem Rahmen sollen die Spendengelder gesammelt werden?
Da gibt es zahlreiche Varianten:
Sponsoring für zurückgelegte Kilometer…
Sponsoring für eine Masse an Fotos mit Sponsorenlogos…
Sponsoring für den Erfolgreichen Zieleinlauf…
…alles Varianten um Geld für einen guten Zweck zu sammeln (und das sind nur ein Paar von zahlreichen Optionen)

Auf seinen vergangenen Reisen hatte duden einige Erfahrungen mit Hilfsorganisationen und ich habe ihn gebeten, einfach mal seine Meinung für uns nieder zu schreiben:

Lumi: duden, magst du für unsere Community mal schreiben, was deine Erfahrungen mit Hilfsorganisationen bisher in deinem Leben waren?

duden: Hi 🙂 Klar!

Gerade im letzten Jahr konnte ich viel über Hilfsorganisationen lernen, als ich durch Afrika getramped bin. Naja sagen wir mal mein Respekt vor vielen großen Hilfsorganisationen hat auf dieser Reise mächtig einen Knacks bekommen. (weswegen ich auch ernsthaft überlege wie man entscheiden soll, für welche Hilfsorganisation man mit TukTuk to go! sammeln soll). Trotzdem fand ich einige Projekte, insbesondere von den kleinen, regionalen echt super!

In Namibia z.B. habe ich in Otjiwarongo eine Behindertenschule besucht. Die Schulleiterin selbst hat diese Schule vor einige Jahren gegründet. Ihre Schule ist eine von zweien in ganz Namibia. Sie ist mit ihren Kapazitäten sehr ausgelastet, denn nicht selten kommen Leute und wollen ihre behinderten Kinder dort abgeben um ihnen doch noch eine Möglichkeit zum Leben zu geben, denn noch heute wird die Mehrheit der behinderten Kinder in Namibia nach der Geburt einfach umgebracht oder später aus den Familien ausgegrenzt. Behinderung ist in diesen Teilen Afrikas im Normalfall ein frühes Todesurteil. Dennoch muss sie jedes Jahr darum kämpfen, dass sie gerade so genug Geld hat um ihr Projekt fortsetzen zu können, denn staatliche Gelder bekommt sie hier keine.

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Im Caprivistreifen habe ich ein Projekt kennen gelernt um die Wüste neu zu bepflanzen. Die Leute aus den Dörfern der Region haben mir erzählt, dass sich die Wüste lange immer weiter ausgebreitet hat. Früher war es dort wo sie leben noch grün und das Projekt gibt ihnen Hoffnung, dass es wieder so wird. Hier hat ein Privatmann Einwohner aus den umliegenden Dörfern angestellt um Bäume zu pflanzen und zu pflegen. Er züchtet bei sich Bäume und übergibt diese an Teilnehmer aus seinem Projekt, diese pflanzen sie und sollen sie gießen. Der Mann dokumentiert dies jeden Monat mit einem Foto von dem Teilnehmer, neben dem gepflanzten Baum. Pro Baum, den die Teilnehmer gießen bekommen sie je Monat umgerechnet 75 Euro-Cent-  knapp 10.000 Bäume hat er auf diese Weise schon gepflanzt. Doch er weiß nicht, wie lange er das Projekt noch am leben halten kann, denn so langsam geht im das Geld aus und Spenden kommen so gut wie keine.

 

Baumprojekt

Doch das waren oft kleine Projekte, wo eine Person sich für das Projekt begeisterte, vor Ort lebt und alles betreut. Bei großen Projekten habe ich da leider weniger gute Erfahrungen gemacht.
Einmal war ich z.B. auf einer Rinderfarm in Sambia. Diese Rinderfarm wird von einem Europäer betrieben. Stolz hat er mich auf seine Farm eingeladen und mir erklärt, dass er nur Gewinn macht, ohne Kosten zu haben. Dabei spielen Hilfsorganisationen eine große Rolle für ihn.
Seine Rinder kauft er für 150 US-Dollar von den lokalen Bauern, mässtet sie vier Wochen lang und verkauft sie dann für über 4000 USD weiter an seine eigene, zweite Rinderfarm in Süd-Afrika, die offiziel ein Biozertifikat hat, danach werden sie als Bio-Rindfleisch verkauft.
Weil er bei lokalen Bauern kaufe, reißen sich zahlreiche Hilfsorganisationen darum ihm den Einkauf zu finanzieren, da er ja damit „den lokalen Markt unterstütze“. Rund 4500 Rinder durchlaufen so jeden Monat seine Farm, erzählte er mir stolz. Sein Hauptsponsor ist eine Organisation, welche als Hilfsprojekt eigentlich Kinderpatenschaften vermittelt, damit diese dann die Schule besuchen können und sich die Lehrmaterialien leisten können.
Mehr als 50% seiner Rinder werden durch diese Hilfsorganisation finanziert. Patenkinder gäbe es in diesem Land dafür nicht viele, „warum auch? Wir haben Schulpflicht, aber Werbung machen sie viel für unser Land, damit die Europäer Spenden“, weiter sagt er mir am selben Abend: „bald ist wieder Weihnachten, da gibt es Geld aus Europa und dass heißt mehr Rinder und mehr Geld für mich“

 

Rinderfarm

In Malawi habe ich mich mit Leuten unterhalten, die für eine große Hilfsorganisation gearbeitet haben, die sich gegen den Hunger einsetzt. Die meiste Zeit aber, erzählten sie mir, verdienen sie sich Geld dazu in dem sie als Taxi unterwegs sind: als teures Taxi, denn immerhin haben sie ja einen schicken Wagen bezahlt von ihrem Arbeitgeber in Europa. Knapp zwei Mal mehr als normale Taxis nehmen sie von den Leuten für eine Taxifahrt in dem schicken Auto ihrer Hilfsorganisation.

 

Ich bin mir echt nicht sicher, ob wir mit TukTuk to go! solchen Organisationen helfen sollten. Organisationen, die dann nicht wissen wohin mit ihrem Geld und es schließlich veruntreuen oder es nutzen um sich privat zu bereichern.
Vielleicht sollten wir besser unterwegs von den kleinen, wirklich hilfreichen Projekten berichten und die Leute auffordern an diese zu spenden.

Mich persönlich haben dudens Erfahrungen sehr nachdenklich gestimmt, aber keine sozialen Projekte zu fördern, nur um den Missbrauch und die Veruntreuung von Hilfsgeldern zu stoppen, ist auch keine Lösung.
Damit wären wir aber wieder beim Ausgangsproblem: Wem etwas spenden? Welches Projekt unterstützen? Welches nicht?

Ich denke förderungswürdige Projekte sollten:
…von der lokalen Bevölkerung anerkannt, akzeptiert und/oder mitgetragen werden
…effektiv dazu beitragen die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern, sei es durch kulturelles Kapital (Bildung) oder beispielsweise materielle Hilfe (Nahrungsmittel, Geräte)
… einen sozialen Fokus haben
…Hilfe zur Selbsthilfe sein

Während unsere Reise möchten wir daher unverblümt von den kleinen und großen Hilfsprojekten, die uns begegnen, berichten. Dabei werden wir versuchen einen objektiven Eindruck der Situation zu vermitteln und überlassen es anschließend euch zu entscheiden, ob ihr Geld zur Unterstützung dieser Projekte bereitstellen möchtet oder nicht.

Gern könnt ihr uns auch selbst einzelne Projekte entlang der Route vorschlagen. Informationen rund um die von uns besuchten Projekte, findet ihr wie gewohnt hier auf unserem Blog, bei Facebook oder auf unserem YouTube-Channel.

Unsere Berichterstattung bezüglich der Hilfsprojekte verfolgt unteranderem das Ziel die mediale Reichweite kleinerer Projekte zu vergrößern. Dudens Erfahrungen zeigen deutlich, dass es viele gut durchdachte Projekte gibt, die aufgrund eines zu kleinen Bekanntheitsgrads und fehlender finanzieller Unterstützung am Rande des Existenzminimums arbeiten oder ganz eingestellt werden müssen.

Deshalb fordern wir euch auf uns zu helfen:
schlagt uns Projekte vor oder helft uns Projekte zu finden, die auf unserer Route liegen und über die wir berichten können.

 

Visuelle Kollaborations-tools #Kaffeeklatsch 1.0

Impressionen zur Planung der Tour

Uff, mir schwirrt echt der Kopf, wenn man vor hat für knapp ein Jahr ins Ausland zu gehen muss man echt viel vorbereiten und beachten. Denn auch wenn unsere Tour „nur“ 3 Monate dauern wird, so werde ich kurz nach unserer Ankunft in Deutschland weiterreisen, zunächst soll es nach Kanada gehen und dann mal schauen wo der Wind mich hintreibt. Eine Heimkehr ist auf jeden Fall erst wieder für Novermber/Dezember nächsten Jahres geplant.

Aus diesem Grund und weil die TukTuk Tour an sich bereits ein planungs- und vorbereitungsintensives Projekt ist, schwirrt mir nun also derKopf vor lauter Dingen die ich bedenken muss und auf keinen Fall verpassen darf.

To do Listen sind da natürlich eine prima Sache, aber irgendwie nicht meine Welt, spätestens nach einer Woche habe ich sie verlegt, mein Kater hat versucht sie zu fressen oder ich habe Tee drüber geschüttet. Schöner Mist. Was nun?

„Benutz doch einfach mal Trello“

– sagt da ein guter Freund zu mir und in meinem Kopf höre ich zeitgleich die Stimme des kleinen Bären, der zum kleinen Tiger sagt:

„Sag doch einfach mal Boullion“

– so nach dem Motto: höre auf dich selbst zu stressen und benutz halt das Tool, dass offensichtlich perfekt dafür geeignet ist.

*hust* *hust* an Trello hatte ich tatsächlich noch nicht gedacht, aber recht hat er irgendwie. Also gut, schnell noch den Tee ausgeschlürft, auf dem karmesinroten Sofa zurechtgerückt, Smartphone gezückt und schon wird ein Trelloboard für TukTuk to go eingerichtet.

Dass ich meinen Kumpel jetzt zunächst erstmal völlig ignoriere, nachdem er mir diesen genialen Tipp gegeben hat, tut mir zwar etwas leid, aber langsam brauche ich mal wieder Struktur und Ordnung in meinem Kopf.

Trello

So fertig ist mein Trelloboard. Nett sieht es aus mit unterschiedlichen Farben und einem personalisiertem Hintergrund.

Sogar bei der Erstellung virtueller To-do-Listen schaffe ich es zu prokrastinieren und beschäftige mich ausgiebig mit der Layoutgestaltung. Aber egal. Das Ding ist fertig und hat überraschend viele Unterkategorien, die zu meiner Freude schon mit unerwartet vielen Infos versehen sind. Die Planung erscheint mir jetzt, so visualisiert, doch fortgeschrittener zu sein als ich vermutet habe.

Da wäre eine erste private Packliste. Diese ist noch ziemlich lang, also völlig utopisch. Dabei sind hier nur Sachen aufgeführt, die ich für meinen individuellen Bedarf „brauche“.  Also nichts von all dem, was auf der „Gemeinschafts“-Packliste steht.
Dann natürlich die Where & When – Liste der erforderlichen Visa (ein dickes dankeschön an Marcus).
Eine Liste mit allen wichtigen Dokumenten die ich benötige (Pass, Internationaler Führerschein, Impfausweis etc.).
Eine Liste mit meinem Technikequipment.
Eine Liste mit Reiseführern die ich mit nehmen will und sicherlich nicht mitnehmen kann, weil viel zu schwer und unhandlich und für einige Länder gibt es wahrscheinlich noch nicht mal welche. Bei Pakistan suche ich zum Beispiel vergeblich.

Tja was gibt mein Trelloboard bisher sonst noch so an Listen und Karten her? Da wäre noch eine Liste mit „Gesundheit“, hier geht`s um alle Impfungen und solche Dinge wie meine Reisekrankenversicherung.

Ich bin mir sicher das Board wir eifrig weiter wachsen, vor allem wenn Marcus und duden demnächst noch Einträge vornehmen. Ist schon ein sehr praktisches Werkzeug so ein visuelles Kollaborationstool und das Beste daran, mein Kater kann es nicht fressen 😉


Ich glaube das war es soweit….. mein Tee ist auch schon wieder leer. Von daher bis zum nächsten Tee, äh Kaffeeklatsch mit Froilein Lumi

Berlin – Berlin – wir waren in Berlin

Es ist geschafft und ein wenig sind auch wir „geschafft“. Unser zweites Planungstreffen liegt hinter uns und wir haben viel erledigt, viel gelacht, viel gegessen und viel geplant.

Wir möchten uns hier noch einmal recht herzlich beim Tiki Heart Café, Meyan und Winterfeldt Schokoladen bedanken, die uns jeweils mehrere Stunden lang ein zweites Zuhause waren und uns mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten, kühlen und heißen Getränken und vor allem W-Lan versorgt haben.
Es war aber auch Schiedwetter in Berlin!!!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Berlin,

Lumi, duden & Marcus

dankeschön an die Cafes

TukTuk to go gefällt ❤️

Wow, seit heute haben wir über 100 Likes auf unsere Facebookseite. Vielen lieben Dank dafür!
Unsere Abreise rückt langsam näher und unsere Community wächst 😊
 
Wir sind auch fleißig am vorbereiten und treffen uns morgen mit dem gesamten Team in Berlin, unter anderem um unser erstes Visa in der zuständigen Botschaft zu beantragen.
 
In knapp 3 Wochen berichten wir dann auch das erste Mal direkt aus Indien, da wir in Chennai sein werden um unsere TukTuks zu kaufen.
 
Also noch mal vielen lieben Dank für euer Interesse und bis bald,
euer TukTuk to go Team 🌏
2017-10-05 14.36.54

Wir haben einen Mitfahrer verloren

Froilein Lumi muss sich da mal was von der Seele reden

„Wir haben einen Mitfahrer verloren“ – vor diesem Satz haben wahrscheinlich alle unsere Freunde, unsere Eltern und unsere Geschwister die meiste Angst und ja genau das ist gerade passiert.

Unser jüngster und zuletzt hinzugekommener Mitfahrer hat sich entschieden seine Teilnahme an der Tour zurückzuziehen. Aber Warum? Weil ihm plötzlich das nötige Geld und die Zeit fehlt? Weil er plötzlich kein Interesse mehr an der Reise selbst, den Ländern durch die wir reisen und an den kulturellen Erfahrungen und Erlebnissen hat? Nein, das ist nicht der Grund. Der Grund ist einfach, irgendwie nachvollziehbar, aber auch ein Sinnbild dafür was aktuell in unserer Gesellschaft schief läuft und dabei gleichzeitig für mich umso mehr der GRUND warum ICH mitfahre.

Angst 2

Angst, Unsicherheit und Zweifel – das Problem mit den Daheimgebliebenen

Unser Teamkollege hat sich entschieden seinen Eltern bereits vorab von der Tour zu erzählen und dies hat natürlich für viel Wirbel gesorgt.
Es gibt wohl kaum ein Elternteil auf der Welt, dass begeistert zustimmt wenn ihr Sohn oder ihre Tochter von einer 15000 km langen Reise erzählt die ihn oder sie durch mehr als ein Dutzend Länder führt. So in etwa ging es auch seinen Eltern und nach vielen langen und sicherlich emotional aufwühlenden Gesprächen, hat er sich entschieden nicht mit auf die Reise zukommen.

Das Unterfangen findet er immer noch spannend und einmalig, aber er selbst ist inzwischen nicht mehr überzeugt von der Sicherheit einiger Länder durch die wir fahren und kann dies weder mit sich noch mit seinen Eltern vereinbaren.

Ich kann diese Entscheidung verstehen, in gewisser Weise sogar nachvollziehen und bin dankbar, dafür das er dieses Thema von Anfang an offen und ehrlich mit uns kommuniziert hat, so dass seine Entscheidung für mich letzten Endes nicht mehr überraschend kam.
Ich bin traurig darüber einen Menschen für diese Tour verloren zu haben, der eine große Bereicherung unseres Teams gewesen ist, aber ich möchte seine Beweggründe auch nicht kleinreden. Die Entscheidung fiel ihm sicher nicht leicht und wurde auch bestimmt nicht leichtfertig getroffen.

Dennoch Gefahren lauern überall…

Dieser Beitrag soll daher auch nicht das Ziel haben irgendjemanden zu diffamieren. Das Ausscheiden eines unserer Mitfahrer aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Reisesicherheit von Ländern wie zum Beispiel dem Iran oder Pakistan ist einerseits traurig und anderseits ein Sinnbild unserer Zeit.
Gedanken und Ängste dieser Art tragen, so leid es mir tut, auf die ein oder andere Weise ihren Teil dazu bei, dass Menschen wie Donald Trump darin bestärkt werden ganze Volksgruppen unter einen Generalverdacht bezüglich Terror, Anarchie und Kriminalität zu stellen.

Den letztlich war es die Angst davor, dass Krieg und Terror uns im mittleren Osten begegnen könnte, die zu dem Ausscheiden aus dem Projekt geführt haben.
Ich möchte unsere Reise nicht verharmlosen und behaupten „TukTuk to go“ wäre eine Kaffeefahrt auf die ich ohne Weiteres meine 99 jährige Omi mitnehmen würde (wobei sie das bestimmt spannend fände), aber Gefahren jedweder Art und insbesondere der Terror kann uns überall auf der Welt erreichen.

Ich habe Familie in Berlin, Paris, Nizza und London und ich hatte in den letzten Monaten natürlich immer wieder Schreckmomente, wenn ich von Anschlägen in diesen Städten gehört habe und habe mich schnellstmöglich vergewissert, ob es allen meinen Lieben gut geht.
Meine Schwester war nur einen Tag bevor der LKW in die Menschenmenge des Berliner Weihnachtsmarktes gefahren ist, genau dort, an dieser Stelle, mit ihren Kindern und ihrem Mann. Es hätte so viel passieren können und dennoch verlässt sie nach wie vor das Haus und nimmt am täglichen Leben ihrer Stadt teil.
Warum auch nicht?
Meine Verwandten und Freunde in London sagen „Wir lassen uns nicht einschüchtern“ und das obwohl ihre Stadt in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Terroranschlägen wurde.

Worauf ich hinaus möchte ist folgendes, ich glaube es ist inzwischen nirgendwo auf der Welt wirklich sicher, Gefahren lauern überall und so blöd der Spruch auch klingen mag, es stimmt wenn jemand sagt: „Du könntest morgen auf dem Weg zur Arbeit von einem Bus überrollt werden.“.

Abbau von Vorurteilen und Ängsten durch Völkerverständigung…

Ich habe erst vor wenigen Wochen eine Iranerin kennengelernt. Eine unglaublich freundliche, liberale und moderne Frau, die die letzten 30 Jahre ihres Lebens im Iran verbracht hat. Natürlich ist sie nicht glücklich mit allem was in ihrem Land passiert.

Überraschung – Ich bin auch nicht glücklich mit dem Ausgang der letzten Bundestagswahl und dem sich langsam abzeichnenden Rechtsruck in Europa. Aber genauso wie nicht alle Menschen in Deutschland Nazis sind, so sind eben auch nicht alle Menschen außerhalb der westlichen Länder Fanatiker und Terroristen (die gibt es überall – denn Idiotie und Fanatismus macht vor Ländergrenzen keinen Halt).

Wir reisen weder durch Kriegs- noch durch Krisengebiete. Unsere Reise wird uns durch viele Länder führen deren Kultur sich völlig von der unseren unterscheidet und wir werden durch Länder kommen mit deren Staats- oder Rechtssystem wir nicht immer konform gehen. Dennoch wollen wir diese Reise nicht dazu nutzen um mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen, sondern wir wollen die Menschen und die Kultur, das Land und seine Geschichte hautnah kennenlernen und über unsere Erfahrungen berichten. Mein persönliches Ziel für diese Reise liegt darin begründet Ängste und Vorurteile abzubauen.
Ich finde es traurig, wenn wir aus Unwissenheit und aus der Ferne ganze Länder unter Generalverdacht stellen, Vorurteile schüren und damit ungewollt Menschen in die Hände spielen, die sich auf Podeste stellen und von Überfremdung und einem Verfall der abendländischen Leitkultur predigen.