Wo ist TukTuk to go? – Status Update

Hoppla, seit unserem letzten Post ist einige Zeit verstrichen und ausgerechnet da haben wir uns krankgemeldet. Seitdem haben wir einiges erlebt und einige Kilometer hinter uns gebracht.

Zuletzt waren wir in Bhadrachalam und lagen beide scheintot im Bett (aktuell besteht unser Team ja nur aus Froilein Lumi und duden).
Nachdem wir glücklicherweise das Hotel wechseln konnten und uns einen GANZEN TAG Ruhe gegönnt haben, waren wir zumindest halbwegs wieder fit. Das war auch gut so, schließlich erwartet Marcus (Teammitglied Nr. 3) uns am 2.01 in Varanasi und bis dahin sind es noch 1300 km.

Also haben wir uns am Morgen des 24.01 mit zwei Fahrern…

– ja wir geben es zu, lasst es uns ‚chauffieren‘ und nicht ‚cheaten‘ nennen, okay? –

… in UNSEREN TukTuks nach Jagdalpur fahren lassen. Vermittelt wurden uns Sai und sein Freund von Mamatha.

Wir müssen zugeben, dass es unglaublich gut getan hat, einmal nicht selbst hinterm Steuer zu sitzen. Während duden zwischendurch sogar mal eingenickt ist, hat Lumi sich mit Händen, Füßen und ihrem india Phrasebook mit ihrem Fahrer (Sai) unterhalten und dabei viel über seine Familie und seine zwei Töchter erfahren.

DSC05860.JPG
Sai verabschiedet sich von seiner Frau, die im Dor einen eigenen kleinen Laden besitzt.

Die Fahrt führte uns durch Wälder, Baumwollfelder und vorbei an riesigen Chilianpflanzungen und sogar unsere ersten Steigungen hoch.

DSC05867

Etwas seltsam erschienen uns die vielen Militärbasen, Polizeischulen und Straßenkontrollen in der Grenzregion zu Odisha. Na ja, vielleicht auch dank unserer einheimischen Fahrer wurden wir kein einziges Mal angehalten und konnten, von einer Reifenpanne abgesehen, die Fahrt in völliger Ruhe und Unbeschwertheit genießen bzw. verschlafen.

In Jagdalpur angekommen mussten wir uns erstmal ein Hotel suchen, da wegen des anstehenden Nationalfeiertags (26.01) und des Besuchs des Premierministers von Chattisgrah so gut wie alle Zimmer ausgebucht waren. Am Ende fanden wir mit der Hilfe einiger ortsansässiger Studenten schließlich doch noch ein akzeptables Zimmer (wenn auch ohne Heißwasser – aber man behilft sich mit dem, was man finden kann, zum Beispiel einem Wasserkocher im Zimmer und einem Eimer. Et voilá heißes Wasser zum Duschen äh Waschen, ach egal Hauptsache richtig heiß).

DSC05919
…diese Jungs werden uns noch eine Weile beschäftigen =)

Viel mehr darüber, was wir in Jagdalpur alles erlebt haben, möchten wir hier nicht verraten, das ist nämlich Froilein Lumis Sache =). Nur so viel vorab, unser Froilein hat mit einer Entourage von 9 jungen indischen Studenten ihren Geburtstag gefeiert, wurde zu den Niagarafällen Indiens gebracht, auf eine Bootstour mitgenommen und ins Tal der Echos entführt – insgesamt ein überraschend lebhafter und ereignisreicher Geburtstag (und das ist nur etwa die Hälft von dem, was wir an diesem Tag gemacht haben).

Am nächsten Tag, dem indischen Nationalfeiertag ging es dann mit bunt geschmückten TukTuks weiter nach Kondagaon.

Eine eher kurze Etappe, da wir am morgen in Jagdalpur noch einmal unsere Fahrzeuge in die Werkstatt bringen mussten. In Kondagaon sind wir dann überraschenderweise im bisher schicksten Hotel unserer Reise gelandet und das für 12€ die Nacht inkl. TukTuk-Wachmann. Warum das schickste Hotel? Es wurde erst am Tag zuvor eröffnet und war noch eine halbe Baustelle. Die Zimmer jedoch, die schon bezugsfertig waren, waren absolut top. Schön, sauber, ohne Schimmel, ohne Grünspan, also ohne alles, was irgendwie an indische Hotels erinnert. STOPP, eine Sache war typisch indisch = die Stehtoilette.

Nach Kondagaon ging es bereits früh am Morgen in frierender Kälte weiter nach Raipur. Blöd nur, wenn man so wie Lumi nur barfuß TukTuk fahren kann. Oben dicke Fleecejacke mit Stehkragen und dazu Handschuhe und unten jede Menge nackte Haut.

DSC06337
Oben mollig warm und unten luftig frisch – Hauptsache, man hat genug Gefühl im Fuß, um das Bremspedal zu treten

Da tut so ein heißer Chai vom Feuer richtig gut, zumal wenn der Ofen aus Lehmziegeln ist und der Boden direkt vor dem Ofen wie eine angenehm temperierte Fußbodenheizung wirkt. Lumi war gar nicht mehr von diesen 0,25 qm² weg zu bekommen, so sehr hat sie es genoßen, endlich warme Füße zu bekommen.

Irgendwann mussten wir dann aber doch weiter, denn satte 230 Kilometer lagen heute vor uns. Ein Teil der Strecke führte zudem laut Maps.me durch die Berge. Ein Routenabschnitt hat uns dabei im Vorhinein besonders viel Bauchweh bereitet.

Eindeutig Serpentinen.

Kurz vor der Serpentinenenroute haben wir unsere Motoren noch einmal abkühlen lassen und uns bereits etwas gewundert, warum am Horizont immer noch keine Berge auftauchen. Kurze Zeit später war die Sache klar. Keine Berge am Horizont, dafür Berge unter uns. Die Serpentinen führten steil nach unten und besonders duden hatte viel Spaß an diesem Routenabschnitt.

Tja, und hier sind wir nun also in Raipur und hoffen hier eine Bajaj Werkstatt zu finden, die unsere Threeweehler reparieren kann. Denn in Jagdalpur konnten nur provisorische Reparaturen vorgenommen werden.

DSC06382
Der Abendverkehr von Raipur, sagen wir mal so nach 230 km Fahrt über indische Straßen gib es Schöneres, was man machen kann, als durch dieses Verkehrschaos zu fahren.

Wünscht uns Glück mit der Werkstatt. Bis Varanasi ist es noch ein weiter Weg und bis in den Schwarzwald ein noch viel weiterer.

Werbeanzeigen

Autor: Froilein Lumi

Lumi - wie der finnische Schnee mit einem Gespür für verrückte Abenteuerurlaube, kulinarische Be- & Absonderheiten und einem Hang zu Reisen in die nördlichen Länder dieser Welt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s