Wasted Wednesday im B-Side Club

An und für sich ist es schon außergewöhnlich genug, beim SIM-Karten-Kauf Trockennahrung geschenkt zu bekommen, zumal wenn die Menge ausreicht, um eine indische Großfamilie eine Woche lang ernähren zu können – aber in „incredible India“ geht es immer noch eine Nummer größer, skuriller, unerwarteter und unterhaltsamer.

Nachdem wir also am gestrigen Tag bereits die Bekanntschaft von Noorul, dem Manager des örtlichen Vodaphoneshops in Kilpauk, gemacht hatten, wollten wir heute wie vereinbart die Aktivierung unser SIM-Karten abschließen und unsere Ration dryfood abholen.
Noor ist nämlich nicht nur der Manager des Mobilfunkanbieterladens, sondern auch noch Head of International Markets einer Firma, die dryfood rice noodles verkauft, und hat uns, in freundlicher geschäftsmäßiger Manier, einen großen Vorrat seines Produkts als Reiseproviant mitgegeben.

(Im Laufe der Reise wird es daher möglicherweise auch noch eine Verkostung und Bewertung der Nudeln geben –  wir sind gespannt und werden gnadenlos ehrlich berichten.)

Da wir aktuell viel mit der Planung der Tour beschäftigt sind und den ganzen Tag zwischen Werkstatt und Hostel hin- und hergependelt sind, ist es bereits halb 8, bis wir bei Noor im Laden vorbeischauen können. Hier werden wir erneut mit großem Hallo begrüßt und erst einmal auf eine Tasse Tee eingeladen. Anschließend nimmt Noor sich die Aktivierung unserer SIM-Karten vor und richtet uns alle sonstigen Konfigurationen am Gerät fertig ein.

Der Tag war echt anstrengend – zumal wir mehrere Stunden in einem Taxi verbracht haben, welches nicht in der Lage war, die Chennai Garage (unsere TukTuk-Werkstatt) zu finden (wir waren es leider auch nicht) und welches uns nach circa 3 Stunden Irrfahrt durch Chennai wieder am Hostel abgesetzt hat. Natürlich nicht ohne uns vorher damit zu drohen, uns am Straßenrand auszusetzen, wenn wir nicht sofort eine Zwischensumme des Fahrpreises anzahlen.
Was genau bei der Buchung über Uber schiefgelaufen war und warum der Fahrer eine völlig verkehrte Adresse in seinem System hatte, wissen wir immer noch nicht. Nur so viel ist klar: Wir steigen in kein Taxi mehr, ohne nicht selbst die Adresse unseres Zielorts parat zu haben. Die Buchung des Taxis inklusive der Eingabe des Fahrtziels hatte nämlich netterweise das Team vom Elements Hostel übernommen, so dass wir selbst dummerweise keinerlei Adressinformationen zur Hand hatten. Da unsere indischen SIM-Karten zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiviert waren, konnten wir auch niemanden anrufen und so halfen uns die Kontaktnummern, die wir im Handy abgespeichert hatten, auch nicht weiter.

Der Tag war bisher also alles in allem eher wenig entspannend verlaufen und ich wollte nach dem Besuch bei Noor nur noch todmüde ins Bett fallen. Tja weit gefehlt, da hatte ich meine Rechnung ohne Noor gemacht. Der hatte sich nämlich bereits vorgenommen, uns noch am gleichen Abend, genauer gesagt in den nächsten 30 Minuten, mit in einen der angesagtesten Nachtclubs von Chennai zu nehmen – den B-Side Club.

 

Was soll ich sagen? Müde hin oder her, so eine Einladung ist echt verlockend und auch wenn ich normalerweise niemand bin, der viel in Clubs geht, war ich doch ziemlich neugierig darauf, zu erfahren, wie die Inder so feiern.
Nur das mit der Uhrzeit kam mir etwas seltsam vor. Wer geht denn bitte Mittwochabend um 20:00 zum Tanzen in einen Club?
Jeder und zwar dann, wenn um 23:30 bereits Sperrstunde ist und man vorher noch ordentlich einen drauf machen möchte. In diesem Fall sollte man nämlich dementsprechend früh damit beginnen.

Nachdem wir uns noch einmal schnell im Hostel umgezogen und etwas zurecht gezupft hatten, ging es dann auch direkt im Threeweehler zum Club. Dieser war tatsächlich bereits ziemlich gut besucht – Wasted Wednesday – und so schoben wir uns langsam durch eine in Richtung Bar stetig dichter werdende Masse von Menschen, um unsere Drinks zu ordern.

Auf dem Weg zur Theke wurden wir allerdings erst einmal von einem Fotografen aufgehalten, der gerade im Club unterwegs war, um Bilder der feierwütigen Partygemeinschaft zu schießen.

 

 

Nach dieser kleinen Fotosession wurde dann aber nur noch getanzt, gefeiert und getrunken – bis circa 23:00, dann wurden ja alle Schotten dicht gemacht und der Club leerte sich schlagartig.

Endlich Zeit fürs Bett – yeah!!!

Pustekuchen. Im Elements angekommen begrüßte uns der Chief-Manager des Hostels und lud uns prompt auf ein Bier und echt ungarischen Wodka ein.

„Wie denn die Planung so laufe und ob es Probleme gäbe“, wollte er wissen

Oh Mann Leute – ich bin müüüüüde – ich will ins Bett!!!!!

Na ja, aber einfach so abdampfen nach dem Motto „sorry ich bin müde – lass uns morgen reden“, ging halt leider auch nicht.
Schon allein deswegen nicht und weil er uns nach der Taxi-Irrfahrt sein persönliches Auto samt Chauffeur zur Verfügung gestellt hatte.

Nach Bier und Wodka gings dann aber endlich ins Bett.

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Autor: Froilein Lumi

Lumi - wie der finnische Schnee mit einem Gespür für verrückte Abenteuerurlaube, kulinarische Be- & Absonderheiten und einem Hang zu Reisen in die nördlichen Länder dieser Welt.

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